Ort mit Zukunft in exponierter Lage

Ort mit Zukunft in exponierter Lage

MORSCHEID. Zu einer liebenswerten Wohngemeinde mit attraktivem Neubaugebiet hat sich der Ort Morscheid entwickelt. Er thront auf einem Höhenrücken zwischen den Bachtälern der Ruwer und Riveris und liegt im Zentrum der Verbandsgemeinde Ruwer.

900 Einwohner zählt inzwischen das ehemals kleine Örtchen Morscheid, das in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Bauboom erlebt hat. Die Gemeinde hatte das Baugebiet "Kirtel", zwischen dem alten Ortskern und dem Friedhof gelegen, vor rund zwei Jahren mit insgesamt 51 Baustellen geschaffen. Die Nachfrage nach den kostengünstigen Grundstücken und der Bauwille sind als rasant zu bezeichnen. Private Bauherren, oder besser gesagt junge Familien, haben inzwischen auf der absolut ebenen Fläche 41 neue Häuser erbaut. Dies waren nicht nur Morscheider Investoren sondern vor allem auch viele Neubürger. Ortsbürgermeister Josef Weber will auch in Zukunft für ein attraktives und lebendiges Dorf sorgen. "Wir wollen keine Trabantensiedlung, die später nicht mehr zu überblicken ist"; sagt er. So wäre aufgrund der topografischen Lage nach dem Verkauf der letzten Grundstücke eine Ausweitung des Ortes in alle Richtungen möglich, doch an die Schaffung eines weiteren Baugebietes wird in Morscheid zurzeit nicht gedacht.Maximum an Wohnkomfort

Der Ort zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Ruhe und ein Maximum an Wohnkomfort aus, ohne der fehlenden Industrie oder einem gewaltigen Tourismusaufkommen nachzuweinen. Lediglich zwei markante Betriebe sind auf den ersten Blick augenfällig. Zum einen ist dies das Schloss Marienlay auf der einen Seite des Ortes und zum anderen ein Vollerwerbslandwirt mit seinem Hof und einer Pferdepension an der Straße in Richtung Bonerath. Das Schloss hat es im wahrsten Sinne des Wortes "in sich". Denn in seinem Keller erzeugt das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt, es wird von Annegret Reh geführt, die größten Wein- und Sektmengen im gesamten Umkreis. Zurück zum Ort: Das Lebensmittelgeschäft des knapp 40-jährigen Werner Krell ist zu einem kleinen Zentrum im Ort geworden. Nicht nur, dass dort alles Notwendige an Lebensmitteln und kleinen Gebauchsartikeln eingekauft werden kann, nein, das Geschäft ist natürlich auch eine Art wichtiges Kommunikationszentrum. Insbesondere ältere Leute, die weniger mobil sind, finden bei Krell neben dem beliebten täglichen Gespräch alles Lebensnotwendige. Die dritte Säule, die zur Beliebtheit des Ortes beiträgt, sind die Vereine. Neben dem Karnevalsverein, dem Männergesangverein, dem Sportverein mit seinen vielen Abteilungen und dem Kirchenchor - sie prägen seit Jahrzehnten die Dorfgemeinschaft - hat sich eine neue, noch inoffizielle Gruppierung gegründet. Wie durch Zufall fanden sich junge und alte Blasmusiker zusammen, die inzwischen zu einer Gruppe von 15 Musikern herangewachsen ist. Sie rekrutiert sich aus noch jungen Musikschülern der Winzerkapelle Waldrach und Neubürgern. Die gemeinsamen Proben sind vielversprechend. Das neue Baugebiet, das Lebensmittelgeschäft und natürlich das gut funktionierende Vereinsleben sind die Garanten für die Integration der Neubürger. Dies ist auch die beste Voraussetzung dafür, dass Morscheid nicht zum "Schlafort" wird, sondern das dort das Leben noch lebenswert ist. Obwohl die Infrastruktur noch einiges zu wünschen übrig lässt, reicht das Angebot für ein hervorragendes dörfliches Leben. Dazu tragen beispielsweise auch das Bürgerhaus mit den separaten Räumlichkeiten für die VHS- und Jugendarbeit sowie eine Gaststätte und der dreigruppige Kindergarten mit bei. 65 Kinder - darunter die Kinder aus Riveris - werden täglich dort betreut und für das Leben in Schule und Beruf vorbereitet. Apropos Schule: Den Kindern wird der Stoff fürs Leben in Waldrach, Trier oder Schweich vermittelt. Alles scheint bestens zu sein, wären da nicht noch die drei Wermutstropfen. Seit einigen Jahren machen sich Ortsbürgermeister Weber und sein Gemeinderat für den Ausbau von zwei Straßen stark und legten die erforderlichen Anträge vor. So wären die durch den Ort verlaufende Kreisstraße 65 - sie sieht aus wie ein alter Flickenteppich - und die Verbindungsstraße nach Bonerath zu sanieren. Allein letztere zu erneuern, würde im Morscheider Bereich mit 240 000 Euro zu Buche schlagen. Das größte Problem ist und bleibt vorerst noch das Stauwasserproblem im Friedhofsbereich, das die Toten nicht verwesen lässt (der TV berichtete). Zur Beseitigung der Schwierigkeiten wird im Rat inzwischen über drei verschiedene Bestattungssysteme beraten. Egal welches den Zuschlag erhält: Mit weiteren 250 000 Euro Kosten ist zu rechnen. Morgen: Ludwig Feld aus Kasel sammelt Jugendstil-Fliesen aus ganz Europa.

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