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Ortsdurchfahrt Trassem auf der Zielgeraden

Kommunales : Neues Grün und neue Atmosphäre

Am Jahresende fertig: Nach rund zwei Jahren geht die Baustelle Ortsdurchfahrt in die Zielgerade. Nicht alle Bürger ziehen eine positive Bilanz.

Einst war es ein Stück grauer Asphalt in Dreiecksform. Der Umbau zu einem Dorfplatz, der zum Schmuckstück in Trassems Süden wird, läuft derzeit parallel zum vierten und letzten Bauabschnitt in Richtung Freudenburg. Dort gilt, bis zur völligen Fertigstellung, wenn es geht noch vor Weihnachten, weiter die Vollsperrung.

Abends und nachts werden auf dem Platz beleuchtete Bäume für Atmosphäre sorgen. Gerade hat der Ortsgemeinderat den Bepflanzungsplan gebilligt – ein sicheres Zeichen, dass die Zeit der Baustellen bald vorbei ist.

„Gepflanzt wird aber erst im Frühjahr“, sagt Ortsbürgermeister Roland Konter. Auf den Dorfplatz kommt auch eine Ruhebank und eine Infotafel, damit Besucher wissen, dass es in Trassem auch viel Geschichte, ein Walderlebniszentrum und eine Traumschleife zum Wandern gibt.

„Die Zeit des Bauens war für die Bürger schon eine starke Belastung. Dafür muss man Verständnis haben“, räumt Konter ein. Ungern erinnert er sich an dicke Laster, deren Wagenlenker die weiträumige Umfahrung des Dorfes einfach ignorierten und sich in der Kirchstraße regelrecht festfuhren.

„Die Kreuzung am Hotel Erasmus ist weiter nicht freigegeben. Es gilt immer noch die vom Landesbetrieb Mobilität genehmigte Umfahrung“, macht der Ortschef klar. Das Tempo in der Kirchstraße wurde oft bemängelt. Manchmal war es nur „gefühlt“, aber 20 Prozent der Autofahrer waren wirklich zu schnell unterwegs. Für die Anlieger wird noch eine Rechnung von der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell kommen, denn für die Gehwege und die neue Straßenbeleuchtung muss jeder Grundstücksbesitzer entlang der Ortsdurchfahrt einen Beitrag entrichten (siehe Info).

Jetzt geht es schon weiter mit dem Ausbau des Kirchenumfeldes, denn die Baufahrzeuge können dafür die neue Erasmus-Kreuzung nutzen.

Auch für den Beherbergungsbetrieb, der seit kurzem erst seinen vierten Stern verliehen bekam, waren es nach Worten des Juniorchefs, Niko Boesen, harte Einschnitte. Was ihn störte: „Da bekommt man Fristen genannt, die dann nicht eingehalten werden.“ Zimmer seien schon vermietet gewesen. Viele der Gäste hätten Verständnis aufgebracht, aber nicht alle. Mit den Leuten reden, das helfe meist.

Und die Werbung als Viersternehaus starte man erst, wenn alles fertig ist. Nur gut, dass es keine Entlassungen gegeben habe. Der Junghotelier ist zuversichtlich: „Nächstes Jahr um diese Zeit ist alles vergessen.“

Einen Einbruch beim Umsatz verzeichnete auch die Trassemer Bäckereifiliale des Serriger Bäckermeisters Franz Meier. Er kritisiert die Herangehensweise an die Bauarbeiten: „Mit ein bisschen gutem Willen und Ampelregelung wäre das sicher schneller gegangen.“ Der Einzelhandel sei sechs, manchmal sieben Tage für die Kunden da, warum nicht Baufirmen?

Nicht schwer gefallen ist es Anlieger Burkhard Höllen, die Genehmigung von ein paar Quadratmetern seines Grundstückes für eine neue Bushaltestelle zur Verfügung zu stellen: „Wenn man in einem Dorf lebt, ist das ein Beitrag, der nichts kostet.“ Sowas sei eine Frage des Anstandes. Ein großes Lob spendet Höllen den Baufirmen, die jeden Wunsch erfüllten. Dass zwischendurch ein osteuropäischer Laster in seinen Zaun fuhr, sieht Höllen gelassen. Er bekommt den Schaden ersetzt.