Neues Bauland fürs Dorf : Freudenburg will altes Amtshaus kaufen

Der Ortsgemeinderat hat auch beschlossen, seine Ortsgrenze zu verlegen. Der Grund: ein Neubaugebiet.

Junkerskreuz und Dorfwiese heißen die beiden Baugebiete, mit denen Freudenburg wachsen will. In der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl zeigte Planer Andreas Heinke vom Büro Paulus & Partner die neueste Variante der beiden Entwürfe. 35 beziehungsweise 13 Baustellen könnten in einem jeweiligen ersten Bauabschnitt ausgewiesen werden.

Ortsbürgermeister Bernd Gödert liegt ein gutes Dutzend Anfragen von Bauwilligen nach Grundstücken vor, und der Ortschef ist sicher: „Wenn wir mehr anzubieten haben, werden das noch viel mehr.“

Die notwendige Linksabbiegespur zum Junkerskreuz wird vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) befürwortet. Der Rat beschloss außerdem die Verlegung der Ortsgrenze an den Rand des Neubaugebietes. Dadurch, dass dann Tempo 50 gilt, wird auch der Lärm dort etwas reduziert. Ein Lärmschutzgutachten muss trotzdem noch eingeholt werden.

Verfeinert wird auch die Planung der Dorfwiese am Fuße der Burg. Hier wird ein Fledermausgutachten nötig, was eventuell Ausgleichsmaßnahmen bedingt. Die Weiterentwicklung dieses kleineren Baugebietes findet nur eingeschränkte Zustimmung. Bei acht Ja- und sieben Neinstimmen wird die Planung fortgesetzt.

Der scheidende Dorfchef Gödert wünscht sich: „Es wäre schön, wenn Mitte nächsten Jahres Baureife für beide Gebiete erreicht wäre.“

In einer Bürgerversammlung ist der Ankauf der Alten Bürgermeisterei befürwortet worden. „Da haben wir einen klaren Auftrag“, findet Gödert. Kulturzentrum, Museum oder Bürgerhaus, was soll aus dem als Denkmal geschützten Haus werden? Keiner weiß es. Den Abriss anzustreben, um Parkplätze auszuweisen, wäre laut Gödert ein langwieriger Prozess, denn so ohne weiteres wird der Denkmalstatus nicht aufgehoben, was auch schon das Oberlandesgericht in Koblenz bestätigt hat.

Ratsmitglied Bernd Metrich stellte den Antrag auf Ankauf des 430 Jahre alten Gebäudes durch die Ortsgemeinde. Zehn Ratsmitglieder sprachen sich dafür, fünf dagegen aus. Bis zu welchem Betrag man mit den derzeitigen Eigentümern, der Firma Laux und Meurers aus Perl-Büschdorf, verhandeln will, wurde in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. „Wir wollen mit der Summe jetzt noch nicht an die Öffentlichkeit“, sagte Bernd Gödert dem TV. Im Internet wird das Gebäude für 49 000 Euro angeboten.