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Ortsgemeinde Temmels verabschiedet Bebauungsplan für Drogeriemarktansiedlung

Gemeinde : Notfalls geht Temmels vor Gericht

Die Ortsgemeinde Temmels möchte die Ansiedlung eines Drogeriemarkts. Deshalb wird eine juristische Auseinandersetzung mit dem Landkreis erwartet.

Der Ortsgemeinderat Temmels hatte wichtige Zukunftsfragen in Bezug auf die Dorfentwicklung zu besprechen. Zwei Bebauungspläne, einmal für die Ansiedlung eines Drogeriegeschäfts, zum Zweiten für den Neubau von vier Gebäuden auf dem Gelände des Temmelser Schlosses, wurden einstimmig angenommen.

Die Ansiedlung eines Drogeriemarkts in Temmels wird schon lange vom Ortsgemeinderat vorangetrieben. So positiv die Erweiterung der Einkaufsmöglichkeiten in dem 867-Einwohner-Dorf auch im Ort selbst gesehen wird, so entschieden scheint die Kreisverwaltung als Aufsichtsbehörde dagegen zu sein. Das Gegenargument lautet, dass großflächige Einkaufsmöglichkeiten nur in von der Landesplanung dafür vorgesehenen Orten möglich seien. An der Obermosel würden sich Nittel und Wincheringen die Funktion eines Grundversorgungszentrums teilen.

Die Ortsgemeinde Temmels sieht die Situation vollkommen anders. Mit zwei räumlich voneinander getrennt existierenden Geschäften mit einer Verkaufsfläche von jeweils weniger als 800 Quadratmetern würde man aus Sicht der Gemeinde nicht gegen die Auflagen des Landesentwicklungsplans verstoßen.

Ortsbürgermeister Herbert Schneider rechnet trotzdem damit, dass die Kreisverwaltung vom Bürgermeister Joachim Weber verlangen wird, dass er die Bebauungsplansatzung für das Baugebiet „In den untersten Wiesen“ trotz der Berücksichtigung aller Einwände und Auflagen aussetzt. Das würde die Ortsgemeinde nicht hinnehmen, kündigt Schneider an. Daraufhin würde sich die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD mit der Sache beschäftigen. Würde die ADD den Bebauungsplan ebenfalls ablehnen, zöge die Ortsgemeinde vor das Verwaltungsgericht.

Für die Verbandsgemeinde Konz ist die Sache auch deshalb kompliziert, weil sie für die Freiwilligen Feuerwehren in der VG zuständig ist. Sollte Temmels auf die Idee kommen, die Nutzung des maroden Gebäudes gegenüber des Norma-Supermarkts, das für die Feuerwehr zur Verfügung gestellt wird, zu verändern, stünde die Temmelser Feuerwehr ohne ein Gerätehaus da. Ein sowieso notwendiger Neubau eines Feuerwehrhauses kostet laut Ortsbürgermeister Schneider rund 500 000 Euro. Der Drogist Rossmann, der sich in Temmels ansiedeln will, würde die Kosten für den Neubau eines Gerätehauses übernehmen. Die VG würde also eine halbe Million Euro sparen, rechnet Schneider vor.

Weitaus weniger problematisch war die Verabschiedung des Bebauungsplans für den Neubau von vier Wohngebäuden auf dem Gelände des Temmelser Schlosses. Norbert Arnoldy, Geschäftsführer des Investors Hannah-&-Luisa GbR, hatte einen Plan vorgelegt, der mit der Ortsgemeinde bereits bis ins Detail vorbesprochen war. Im Prinzip geht es darum, dass die von einem früheren Investor abgerissenen Nebengebäude des Schlosses wiederaufgebaut werden. Es entstehen insgesamt 38 Wohnungen.

Besprechungsbedarf gibt es noch wegen der Straßenführung vom Schloss weg. Da die Schlossstraße als Zufahrtsstraße so schmal ist, dass ein Gegenverkehr praktisch ausgeschlossen ist, werden die Fahrzeuge über die überwiegend von Fußgängern und Radfahrern genutzte schmale Moselstraße am Sportplatz vorbei in den Ort geleitet. Über die Kirchstraße und den Kreisel können sich die Autofahrer dann in den fließenden Verkehr einordnen.

„Der Fuß- und Radweg an der Mosel bleibt erhalten“, erläutert Schneider. Für Autos wird die Fahrt auf der schmalen Straße Richtung Oberbillig zukünftig gesperrt. Hannah-&-Luisa-GbR-Vertreter Norbert Arnoldy ist mit den Planungen einverstanden. Er übernimmt nach eigener Auskunft die Asphaltierungsarbeiten an der Moselstraße, die laut Schneider auch nicht verbreitert werden kann.

Damit die Autos bei Begegnungen mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht auf die Grasflächen neben der Straße ausweichen müssen und eine „Matschwüste“ hinterlassen, sollen Rasengittersteine verlegt werden.

Über die Arbeiten an den Verkehrswegen will die Ortsgemeinde einen privatrechtlichen Vertrag mit Arnoldy abschließen.