Ortsgemeinde trägt finanzielles Risiko für Jubiläumsfeier

Ortsgemeinde trägt finanzielles Risiko für Jubiläumsfeier

Die Ortsgemeinde Gusenburg wird mit eigenen Haushaltsmitteln eingreifen, falls bei der Feier zum 550. Geburtstag im kommenden Jahr finanziell etwas schief- gehen sollte. Damit können nun auch die Planungen für das fünftägige Fest weitergehen.

Gusenburg. "Wir stehen jetzt am Scheideweg", urteilte Ortsbürgermeister Josef Barthen (FWG) in der jüngsten Sitzung des Gusenburger Gemeinderats. Dort ging es um die weiteren Planungen für die große Jubiläumsfeier zum 550. Geburtstag des Hochwald-Dorfs. Vom 14. bis 18. Juni 2017 wollen die Gusenburger diesen Anlass fünf Tage lang ausgiebig würdigen.

Der Ortsgemeinderat hatte nun allerdings einen Grundsatzbeschluss zu fassen, der die weiteren Planungen abrupt hätte beenden können. "Wenn wir uns heute nicht dazu durchringen, sollte jedem klar sein, dass das einen Stopp aller Vorbereitungen bedeutet", mahnte deshalb der Ortschef. Die Sorge war jedoch nicht berechtigt: Der Rat beschloss einstimmig, dass die Ortsgemeinde ein mögliches finanzielles Defizit im Rahmen der Jubiläumsfeier aus ihrem Haushalt ausgleichen wird. Hintergrund dieses Beschlusses war eine Forderung der kommunalen Finanzaufsicht bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, wie Ortsbürgermeister Barthen erläuterte. Der Jugend- und Kulturausschuss habe das Programm für die Feier nun größtenteils erstellt, die Kosten ermittelt und auch Vorschläge zur Gegenfinanzierung gemacht. Allerdings habe die Kommunalaufsicht das Risiko gesehen, dass "am Ende ein Minus" herauskommen könne. Weniger die zwei geplanten Liveauftritte von Bands wie Klimaschock, sondern vielmehr der Mittelaltermarkt unter freiem Himmel sei dafür als Beispiel angeführt worden, sagte Barthen. "Da muss man mit allem rechnen. Und wenn das Wetter Kapriolen schlägt, ist das nicht zu ändern." Die Kommunalaufsicht habe verlangt, dass die Ortsgemeinde im Falle möglicher Verluste einschreite, vorher hätten auch keine Verträge mit Künstlern oder Getränkelieferanten geschlossen werden dürfen.

Mit dem Beschluss können die Vorbereitungen nun weitergehen. Josef Paulus (CDU) verlangte, dass für den Mittelaltermarkt eine noch detailliertere Planung vorlegt werde. Man müsse nun Eintritts- und Getränkepreise genau kalkulieren, um zu prüfen, wie man die Kosten decken könne. Erwin Weber (FWG) versicherte, dass dazu bereits konkrete Zahlen vorlägen: "Aber wir brauchten das Go durch den Ratsbeschluss, um weitermachen zu können."
Josef Barthen erinnerte daran, dass man mit der Feier "kein Geld machen" wolle. Oberstes Ziel sei es, "dass sich Gusenburg in diesen Tagen gut präsentiert. Und wenn dabei eine schwarze Null rauskommt, wäre das natürlich schön".

Der Ortsbürgermeister nannte auch weitere Details zur geplanten Dorfchronik. Sie solle etwa 500 Seiten stark werden und auf Empfehlung des Chronisten Rudolf Müller nicht teurer als 30 Euro sein. Man hoffe darauf, rund 700 Stück zu verkaufen, um damit einen großen Teil der Kosten von bis zu 30 000 Euro decken zu können. Zuschüsse sollen bei Kreis und Land beantragt werden. cweb
Eine Sitzung des Jugend- und Kulturausschusses ist am Montag, 26. September, 19 Uhr, im Feuerwehr- und Gemeindehaus. Es geht um die 550-Jahrfeier im Juni 2017.

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