Ortsgemeinderat: Ortsgemeinderat Kanzem: Was tun mit der alten Schule?

Ortsgemeinderat : Ortsgemeinderat Kanzem: Was tun mit der alten Schule?

Der Ortsgemeinderat Kanzem beschließt einen Doppelhaushalt mit enormen Planungskosten für die Sanierung des Bürgerhauses.

Der Kanzemer Ortsbürgermeister Johann-Peter Mertes schrieb in seinem ersten Bürgerbrief des Jahres 2017: „Auf der Sanierung der Alten Schule liegt unser Hauptaugenmerk, zumal das Schulhaus ab Januar nicht mehr vermietet ist und im Grunde der kompletten Sanierung bedarf.“

Das langfristige Konzept, das er damals ankündigte, steht allerdings immer noch nicht. Im neuen Doppelhaushalt für dieses und für das nächste Jahr stehen jedoch 90 000 Euro an Planungskosten dafür. „Die muss uns die Kommunalaufsicht erst mal genehmigen“, sagte der Ortschef in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates, der das Zahlenwerk einstimmig billigte. Das Problem ist das Defizit, das seit Jahren am Eigenkapital des Ortes nagt. Diesmal schrumpfte der Betrag des Eigenkapitals von 1,6 Millionen auf 1,124 Millionen Euro. „Wenn da mal eine Null steht, können wir nicht mal mehr eine Schippe kaufen“, sagte Mertes und machte damit die Situation drastisch klar.

Wird die Planung genehmigt, muss sie erst einmal ausgeschrieben werden. Steht ein Konzept, sind erst die Kosten klar. Bislang stehen vage 400 000 Euro für dieses und nächstes Jahr als Verpflichtungsermächtigung im Haushalt, der von der Haushaltssachbearbeiterin Maike Grünwald aus dem Konzer Rathaus aufgeschlüsselt wurde. „Mit diesen Zahlen im Haushalt vermeiden wir einen Nachtragshaushalt, dessen Erstellung auch wieder Geld kostet“, findet Mertes. Für 2020 sei die Umsetzung des Konzeptes vorgesehen, das auch einen kompletten Neubau empfehlen könnte.

Immer wieder verschoben, weil von der Kommunalaufsicht des Kreises nicht genehmigt, wurde die Solaranlage auf dem Sportplatzgebäude. Doch Kanzem gibt nicht auf und stellt dafür wieder 15 000 Euro in den Haushalt. 235 000 Euro soll die Neu- und Umgestaltung des Einfahrtsbereiches Messenweg im Zuge des Ausbaus der K 147 kosten. Eine Radwegverbindung nach Wiltingen ist mit 10 000 Euro aufgeführt.

Wird das alles so umgesetzt, müssen die Investitionen mit 361 000 Euro komplett kreditfinanziert werden. Das gilt im nächsten Jahr auch für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, was 40 000 Euro kostet.

Da wird ein neues Bewässerungssystem für den Philosophischen Friedhofsgarten schon zu einem finanziellen Problem. „Ein solches System zu installieren kostet uns 8000 Euro“, hat sich der Ortschef kundig gemacht. Auf Gutdünken gießen gehe auch nicht. Das müsse jemand machen, der auch weiß, was er tut. Jetzt sollen Kleingartenbetriebe angeschrieben werden, um die Bewässerung der Pflanzen in diesem besonderen Garten fachgerecht zu übernehmen, nicht zuviel und nicht zu wenig. „Vielleicht geht das ja für 1000 Euro im Jahr“, hofft Mertes.

Schöner werden soll die Unterführung am Kanzemer Bahnhof. Hier will sich die Ortsgemeinde mit dem Kulturverein, in Absprache mit der Bahn, für einen Zuschuss aus dem Programm Demokratie Leben starkmachen. Vielleicht wird es wieder einen Graffiti-Workshop geben, mit dem wilde Schmierereien verhindert werden können.

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