Kommunalpolitik : Sanierung oder Abriss?

Die Kanzemer wollen eine Million Euro in ihr Bürgerhaus investieren.

Das Investitionsprogramm für die Jahre 2018 bis 2021 ist Gegenstand der letzten Sitzung des Ortsgemeinderats Kanzem in diesem Jahr gewesen. Darüber hinaus wurde der Forstwirtschaftsplan 2018 vorgestellt.

Das Bürgerhaus Alte Schule steht im Mittelpunkt des Investitionsplans der Ortsgemeinde Kanzem. In den nächsten drei Jahren soll entweder rund eine Million Euro investiert werden, um das Gebäude zu sanieren und einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Oder aber es soll, falls das langfristig besser für die Ortsgemeinde ist, die Alte Schule abgerissen werden, um an der gleichen Stelle ein kleineres, modernes Bürgerhaus neu zu bauen.

Vorgesehen ist, im kommenden Jahr die Planung abzuschließen, damit dann ab 2019, vermutlich aber eher ab 2020, gebaut werden kann.

Darüber hinaus weist der Investitionsplan fast eine Viertelmillion Euro für den Ausbau der Straßeneinmündung Messenweg/Kreisstraße 147 nach Wiltingen aus. Da aber noch keine konkrete Planung vorliegt, handelt es sich dabei um Schätzkosten, denn auch die Gestaltung der Kreuzung ist noch nicht beschlossen worden.

Für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen sind 40 000 Euro für das Jahr 2019 eingeplant. Und für den Radweg nach Wiltingen kalkuliert der Ortsgemeinderat 10 000 Euro ein. Dieses Geld soll für eventuelle Wünsche der Ortsgemeinde bereitgehalten werden, um Dinge zu bezahlen, die Kanzem gern haben möchte, die aber nicht vom Bauträger, dem Kreis Trier-Saarburg, übernommen werden.

Das Investitionsprogramm wurde einstimmig angenommen.

Den Forstwirtschaftsplan 2018 erläuterte Revierförster Benedikt Gödert vom Forstamt Saarburg/Tobiashaus. Der Plan sieht ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben vor. Gödert rechnet mit einem Überschuss von 200 Euro. „Aufgrund des nassen Wetters ist der Waldboden aufgeweicht“, berichtet Gödert. Der Förster weist darauf hin, dass sich deshalb die Bereitstellung des bereits bestellten Brennholzes verzögern kann.

Der Philosophische Friedhofsgarten, der Kanzem überregional bekanntgemacht hat, erhält im Frühjahr neue Pflanzen.

Um die Bewässerung langfristig zu sichern, soll die Verbandsgemeindeverwaltung prüfen, in welcher Form und zu welchen Kosten eine ausreichende Versorgung der Pflanzen sichergestellt werden kann. Auf der Prüfliste steht auch eine automatische Bewässerungsanlage. Die Ortsgemeinde Kanzem beteiligt sich an der gemeinsamen Ausschreibung der rheinland-pfälzischen Städte und Gemeinden für die kommunale Stromversorgung. Dank der sogenannten „Bündelausschreibung“ erwarten die Gemeinden, dass sie günstigere Preise erhalten, als wenn sich jede Gemeinde selbst um den Strom für ihre Straßenbeleuchtung kümmern muss. Plädiert wird für den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien.

Ortsbürgermeister Peter Johann Mertes wird im kommenden Jahr keine gesonderte „Bürgerstunde“ mehr anbieten. Da in den vergangenen dreieinhalb Jahren insgesamt weniger als zehn Personen in die Sprechstunde kamen, sieht Mertes keinen Bedarf mehr für dieses Angebot. Aber: „Zu mir kann man immer kommen“, sagt er. „Ich habe immer Bürgerstunde.“