Ortsgemeinderat Oberbillig beschließt Halteverbot wegen parkender Pendler

Kostenpflichtiger Inhalt: Grenzgänger nach Luxemburg : Ortsgemeinderat beschließt Halteverbot wegen parkender Pendler in Oberbillig

Der Druck der Luxemburg-Pendler auf die Stellplätze in Oberbillig macht dem Obermosel-Ort zu schaffen. Deshalb hat der Ortsgemeinderat Halteverbote beschlossen. Es sollen aber auch neue Flächen für Autos geschaffen werden.

Für Luxemburg Pendler ist Parken in Oberbillig praktisch. Sie stellen ihr Auto an der Moselstraße ab, gehen zu Fuß zur Fähre Sankta Maria II und schippern über die Mosel, um in Wasserbillig vom nahe gelenen Bahnhof günstig mit dem Zug weiterzufahren. Auf der Fähre zahlen sie ohne Auto 80 Cent für eine einfache Fahrt. Ein Drittel des Preises, der fällig wäre, wenn sie ein Auto dabei hätten. Was die Berufstätigen bei dieser kostengünstigen wie umweltfreundlichen Art des Pendelns vergessen: Sie nehmen Anliegern wie Touristen die Stellplätze weg.

Dieser raffinierten, aber für Oberbillig unbefriedigenden Art des Pendelns will der Ortsgemeinderat einen Riegel vorschieben. In der Moselstraße an der Fähre, gegenüber des Parkplatzes am Gasthaus Zur Fähre und dem Boulespielfeld, gilt bald absolutes Halteverbot. Ortsbürgermeister Andreas Beiling (CDU) begründet das folgendermaßen: „Das ist wichtig für den Schulbus und die Autos, die auf die Fähre wollen.“ Er fügt hinzu: „Diese Entscheidung trifft aber auch die Anlieger in diesem Bereich.“

Von einer Parkscheibenpflicht in der Moselstraße, die ebenfalls im Rat zur Debatte stand, sieht das Gremium vorerst ab. Denn: „Das würde ja auch die Anlieger treffen“, sagt Beiling. Neue Parkplätze außerhalb des Bereichs am Hochwasserschutzdamm in Richtung Temmels sollen künftig die Situation entspannen. Das absolute Halteverbot werde jedoch vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Konz kontrolliert.

„Die Parksituation in der Moselstraße ist ein großes Thema und schon länger zu beobachten“, sagt Beiling. Gastronom Reza Deghdar hatte sich schriftlich an die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde gewandt, weil die Gäste vor seinem Lokal immer seltener einen Parkplatz finden. „In Wasserbillig ist die Situation ähnlich, aber dort wurde ein Ticketsystem eingeführt“, sagt Beiling. Seit Jahresanfang dürfen in dem luxemburgischen Nachbarort von Oberbillig nur noch Anwohner mit Parkausweis ihr Auto an den Ortsstraßen abstellen. Ortsfremde bekommen ein Knöllchen (der TV berichtete).

Ratsmitglied Edgar Birringer (Oberbilliger Bürgerliste) moniert, dass in der Moselstraße auf beiden Seiten, also auch auf dem Gehweg, geparkt werde. Guido Kling (CDU) rechnet vor: „Wenn ich mein Auto auf die Straße stelle, wird die Fahrbahnbreite halbiert.“ Ortschef Beiling weist darauf hin, dass man doch am Deich parken könne. Peter Elenz (CDU) befürchtet, dass sich das Parkproblem weiter in Richtung Kläranlage verlagern werde und Anlieger vor ihrem Haus keinen Stellplatz mehr finden. Er plädiert für Schwellen auf der Straße, weil viel zu schnell gefahren werde.