Ortsgemeinderat will neues Bauland in Fellerich ausweisen und beschließt Sanierungen - Unterschiedliche Beitragsregelungen für Anlieger
Tawern · Der Tawerner Ortsteil Fellerich soll mit rund 40 neuen Baustellen wachsen. Die Planung dafür schreitet zügig voran. Im Investitionshaushalt, dem "Wunschzettel" der Ortsgemeinde, stehen Straßensanierungen und ein neuer Traktor für die beiden Gemeindearbeiter mit stattlichen Summen.
Tawern. 39 neue Häuser mit jungen Familien wünschen sich Ortsbürgermeister Thomas Müller und der Ortsgemeinderat Tawern für das neue Baugebiet Wenigwies in Fellerich. Ein kleines Gebiet mit vier Baustellen kommt noch hinzu. "Die Nachfrage für fast alle Baugebiet ist da. Die Mails habe ich aufgehoben", teilte der Ortschef seinem Rat mit. Den Bedarf nachzuweisen, ist Teil der Planungsauflagen bei der 1,6-Millionen-Euro-Investition.
Einen breiten Raum nahmen in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung die Stellungnahmen von Behörden und Umweltverbänden zu den Planungen ein. Planer Hartmut Jopp vom Büro IGR in Rockenhausen stellte die Wünsche und Bedenken der Behörden vor, über die der Rat jeweils einzeln befinden musste. So verlangt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) eine neue Linksabbiegespur von der L 136, und dafür die Schulstraße von der Landesstraße zu trennen. Auch Lärmschutz vor dem dortigen Autoverkehr wird angeordnet. Die Landwirtschaftskammer bittet, bei Ausgleichsmaßnahmen keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in Anspruch zu nehmen. Das Geologische Landesamt verlangt eine Untersuchung nach dem Edelgas Radon, das eventuell austreten und gesundheitliche Schäden verursachen könnte.Erste neue Häuser 2017
Neben dem Bedarfsnachweis will die Kreisverwaltung seltene Gehölze erhalten wissen, mit Begrünungsmaßnahmen und Neupflanzungen muss das Gebiet gestaltet werden. Der Artenschutz muss gewährleistet sein und der Streuobstbestand erhalten bleiben. Ähnliches verlangen die Naturschutzverbände BUND und Nabu. Regenüberlaufbecken sollen Überflutungen verhindern helfen. "Im Frühjahr 2017 könnten die ersten Häuser gebaut werden", sagt Ortschef Müller. Wie viel der Quadratmeter Bauland kosten wird, will der Rat erst festlegen, wenn das Gebiet fertig erschlossen ist.
Der Investitionsplan sieht Ausgaben von weiteren zwei Millionen Euro vor. Hier schlagen vor allem die Straßensanierungen zu Buche, die im nächsten Jahr vorgesehen sind: Im Micheltal (250 000 Euro), der Kirchweg (240 000 Euro) und der dickste Brocken, die Moselstraße in Fellerich mit 935 000 Euro. Außerdem bekommen die beiden Gemeindearbeiter einen neuen Traktor für 55 000 Euro und die Römische Tempelanlage auf dem Metzenberg eine Toilettenanlage, die 90 000 Euro kosten wird, aber aus EU-Mitteln mit 70 000 Euro gefördert wird.
An allen Straßenbaumaßnahmen müssen sich die Grundstücksbesitzer mit Beiträgen beteiligen. Während sich für Tawern mit dem einmaligen Beitrag nichts ändert, hat der Rat für Fellerich den wiederkehrenden Beitrag beschlossen. "Das bringt die größtmögliche Beitragsgerechtigkeit", findet Müller, denn während Tawern auch von Landesstraßen durchschnitten wird, ist Fellerich eine Einheit mit Ortsstraßen, die in den nächsten Jahren alle saniert werden sollen. "Dann zahlen die Bürger zwar öfter, aber dafür nicht so viel auf einmal", kündigt Müller an. dothExtra
Die Ortsgemeinde Tawern hat von der Kommunalaufsicht die Genehmigung erhalten, 44 neue Tische und 260 Stühle für das Bürgerhaus zu bestellen. Grund ist die Spendenbereitschaft von Vereinen und Firmen. Rund 16 000 Euro sind bisher zusammengekommen. Größter Posten ist dabei der Erlös der Abrissparty der alten Sporthalle mit 7750 Euro. Auch die Grazy Hoppers sind mit 1500 Euro, die Western-Tanzgruppe mit 3500 Euro und der neue Theaterverein mit 1000 Euro dabei. Elektro Binz stiftete den Erlös des Firmenjubiläums von 2500 Euro. "Es fehlen allerdings immer noch 10 000 Euro", sagt Ortschef Thomas Müller. Noch brauchbare alte Tische und Stühle sollen deshalb versteigert werden. doth