Ortsumgehung bei Könen soll im Sommer oder Herbst 2017 freigegeben werden

Ortsumgehung bei Könen soll im Sommer oder Herbst 2017 freigegeben werden

Die Konz-Könener Ortsumgehung wird mit ihrer ersten Asphaltschicht versehen. Bis die ersten Autos über die 24 Millionen Euro teure Straße rollen, vergeht noch mindestens ein Jahr.

Der Blick von oben zeigt es: Direkt bei der Anschlussstelle Tawern ist ein Teil der Könener Ortsumgehung nicht mehr erdig und dreckig rot, sondern grau. Der erste Straßenbelag ist aufgetragen: "Zwischenzeitlich wurde bereits rund ein Drittel der Ortsumgehungsstrecke mit der Frostschutzschicht sowie der Asphalttragschicht hergestellt", sagt Thomas Arenz.

Er kümmert sich beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier federführend um das 24 Millionen Euro teure Großprojekt zwischen der B 51 bei Ayl und der B 419 bei Wasserliesch. Der "große" Erdbau ist laut LBM zu 90 Prozent abgeschlossen. Komplett werde die Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen Franz Lehnen (Sehlem) und Kohl Bau (Irrel) mit den Arbeiten im Lauf des Septembers fertig. Parallel verlegen die Arbeiter noch Entsorgungsleitungen und Kanäle. "Ebenfalls werden die Amphibiendurchlässe in den entsprechenden Streckenabschnitten eingebaut", sagt Arenz.

Die komplette rund vier Kilometer lange Strecke der Ortsumgehung kann laut LBM weitestgehend - bis auf die Anschlussbereiche bei Tawern und Wasserliesch - ohne Einwirkung auf den fließenden Verkehr hergestellt werden. Zurzeit fließe der Verkehr auch auf der Baustellenumfahrung an der B 419 ohne Probleme, sagt Arenz.

Dort soll ein Kreisverkehr hin, um die B 51 neu an die B 419 anzuschließen. "Verkehrsbehinderungen entstehen hier kaum, da in jede Fahrtrichtung eine Fahrbahn zur Verfügung steht", sagt Arenz. Sobald der neue Kreisel fertig sei, würden die Autos und Laster diesen auch nutzen. "Die Baustellenumfahrung wird zurückgebaut", sagt der LBM-Mitarbeiter. Im Bereich des Kreisverkehrs wird zurzeit auch eine Steilböschung hergestellt. Zudem wird eine Flutmulde im Moselvorland gebaut, welche die Straße vor Überschwemmungen schützen soll. "Die Arbeiten liegen im Zeitplan", sagt Arenz. Die B 51 neu werde voraussichtlich im Sommer oder Herbst 2017 für den Verkehr freigegeben.Ursprünglich 2015 angepeilt

Was der LBM bei den Angaben auslässt, ist, dass sich der ursprüngliche Zeitplan für das Großprojekt um insgesamt zwei Jahre nach hinten verschoben hat. Ursprünglich sollte die von den Könenern herbeigesehnte Straße 2015 fertig sein. Der Hauptgrund für die Verzögerung ist im vergangenen Jahr entstanden. Die zunächst mit den derzeit laufenden Arbeiten beauftragte Firma Betam Infrastructure GmbH hat im Juli 2015 Insolvenz angemeldet. Seit diesem Jahr ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft Bochum gegen mehrere führende Mitarbeiter des Unternehmens - wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs.

Auch der LBM fordert in diesem Rahmen Schadenersatz von der Firma. Arenz: "Dieses Rechtsverfahren kann sich über mehrere Jahre hinziehen." Die Bochumer Oberstaatsanwältin Cornelia Kötter geht ebenfalls davon aus, dass das Ermittlungsverfahren noch länger dauert: "Das wird nicht in zwei Monaten abgeschlossen sein", sagt sie im Gespräch mit dem TV.

Betam mischt aber bei der B 51 neu nicht mehr mit. Und seit der Neuvergabe des einstigen Betam-Auftrags im September 2015 ist es trotz der Schlechtwetterperiode im Frühsommer 2016 nicht zu weiteren Verzögerungen gekommen. Aber es ist noch viel zu tun. Die restliche Frostschutzschicht sowie der komplette Oberbau, die Bankette und Mulden müssen laut LBM noch hergestellt werden. Im Oktober beginnen die Firmen mit dem Bau des Kreisverkehrs an der B 419.

An mehreren Stellen stehen laut Arenz zudem noch "parallele" Arbeiten an, zum Beispiel Gewässerrenaturierungen, der Bau von Wirtschaftswegen sowie Wildschutzeinrichtungen. Abschließend werden die Fahrbahnen markiert, mit Schutzplanken ausgestattet und beschildert.