Paradies für Häuslebauer

HERMESKEIL/KELL AM SEE. Nirgends im Kreis Trier-Saarburg ist Bauland billiger als im Hochwald. Das geht aus der Übersicht der Bodenrichtwerte hervor, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte erhoben hat. Die niedrigsten Preise für Wohnbauflächen im Kreis werden demnach mit rund 20 Euro pro Quadratmeter in Hinzert-Pölert gezahlt. Nur unwesentlich mehr – nämlich zwischen 23 und 25 Euro – kostet der Quadratmeter in Grimburg, Damflos und Naurath/Wald.

Wer im Hochwald ein Haus baut, kann viel Geld sparen: Das kann jetzt jedermann im Internet selbst nachlesen. Unter der Adresse www.gutachterausschuesse.rlp.de findet sich nämlich auch für den Kreis Trier-Saarburg eine Auflistung der so genannten Bodenrichtwerte, die eine wichtige Orientierungshilfe für die Käufer und Verkäufer von Bauland sein können. Alle zwei Jahre aktualisiert der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis diese Daten, in die laut der Ausschussvorsitzenden Sabine Lichten-thal-Lauer neben den offiziellen Wohnbaulandpreisen der Kommunen auch die Auswertung von jährlich rund 1000 privaten Kaufverträgen einfließen. Baupreise kompensieren Standortnachteil

Die Skala beweist vor allem eins: Im Hochwald muss im Vergleich zu Ballungsräumen ein Bruchteil für Bauland bezahlt werden. Das ist ein schlagendes Argument, das die heimischen Kommunalpolitiker trotz des Standortnachteils wegen der Entfernung zum Oberzentrum Trier und nach Luxemburg im Wettbewerb der Gemeinden um Neubürger anführen können. Denn in Hinzert-Pölert, Grimburg, Damflos und Naurath/Wald kostet der Quadratmeter lediglich zwischen 20 und 25 Euro. Zum Vergleich: In der Mainzer Innenstadt sind horrende 520 Euro fällig. Aber auch im Verhältnis zu den Spitzenreitern im Kreis Trier-Saarburg - wie der Stadt Schweich, Trierweiler, Sirzenich, Riol und Longuich mit zirka 150 Euro - lässt es sich rund um Hermeskeil und Kell deutlich günstiger bauen. Einen sehr starken Preisanstieg verzeichnet der Gutachterausschuss hingegen an der Obermosel. So werden für baureifes Land im Neubaugebiet Nittel, das 2003 noch durchschnittlich 98 Euro kostete, aktuell Preise um 140 Euro erzielt. Laut Lichtenthal-Lauer ist diese Entwicklung im Kaufverhalten luxemburgischer Staatsbürger begründet, die verstärkt auf deutscher Seite bauen. Doch zurück in den Hochwald: Auch dort gibt es erhebliche Preisunterschiede, wie die Auflistung des Gutachterausschusses zeigt. Erwartungsgemäß ist die Stadt Hermeskeil, wo in den Baugebieten "Borwiese" und "Sennewies" 70 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden müssen, das teuerste Pflaster. Die zweithöchsten Grundstückswerte in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil wurden in Reinsfeld ermittelt, wo der Quadratmeter 46 Euro kostet. Das gilt allerdings nur für die Grundstücke, die der Kategorie "gute Lage" zugeordnet wurden. Der Gutachterausschuss hat nämlich in seiner Auflistung eine Dreiteilung der Bodenrichtwerte mit den Prädikaten "gute", "mittlere" und "mäßige" Lage vorgenommen. "Damit wird ausgesagt, ob ein Grundstück in einem Neubaugebiet liegt, dass erst vor kurzem erschlossen wurde, oder ob es mitten im Ortskern mit enger Bebauung liegt", informiert Lichtenthal-Lauer. Sprich: Diese Einteilung bietet Käufern den Preisvergleich zwischen den "Filetstücken" einer Gemeinde und den Arealen im betreffenden Ort, die sich schon seit Jahren als "Ladenhüter" erwiesen haben. Ein weiteres Ergebnis: In der Verbandsgemeinde Kell am See werden die Grundstücke im Durchschnitt etwas höher gehandelt als bei den Nachbarn in der VG Hermeskeil. Am günstigsten ist Bauland dort - wenngleich in "mäßiger Lage" - mit 25 Euro in Waldweiler. In Mandern kostet der Quadratmeter 27 Euro. Ganz oben auf der Skala steht hingegen Bauland in "guter Lage" in der Ortsgemeinde Kell (55 Euro), gefolgt von Lampaden und Hentern mit 50 Euro.Auch Agrarland im Hochwald günstig

Interessant ist der Überblick über die Bodenrichtwerte aber nicht nur für Häuslebauer. So können sich beispielsweise ansiedlungswillige Unternehmen über die Quadratmeterpreise in den Gewerbebauflächen der Verbandsgemeinden Kell und Hermeskeil informieren. Zudem hat der Gutachterausschuss die Richtwerte für Agrarland ermittelt, das im Kreis durchschnittlich 55 Cent pro Quadratmeter kostet und ebenfalls im Hochwald am günstigsten ist: Mit 30 Cent liegt der Preis für Grünland in Bescheid kreisweit am untersten Ende der Skala.

Mehr von Volksfreund