Parkplätze, die niemand kennt

Die Gemeinde Wasserliesch will den Anwohnern das Angebot machen, die ungenutzten Flächen zu kaufen und selbst zu gestalten.

Wasserliesch Was macht eine Gemeinde mit Parkplätzen, die den meisten Bewohnern gar nicht bekannt sind, die aussehen wie Privatgelände der Anwohner, auf denen fast nie jemand parkt und für die auch gar kein Bedarf besteht?
Fragen, vor denen nun der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Wasserliesch stand.
Damit die Ausschussmitglieder überhaupt wussten, worum es geht, hatte Ortsbürgermeister Thomas Thelen den Sitzungsbeginn an die "Ecke Granastraße/Einmündung Römerstraße verlegt. Thelen: "Ich wollte, dass erst mal alle die Sachlage kennen." Und wie sich zeigte, war selbst den meisten Rats- und Ausschussmitgliedern die Existenz dieser öffentlichen Stellplätze unbekannt.
Die mit Betonpflaster ausgelegten Flächen, umgeben von gepflegtem Grün, wirken überhaupt nicht öffentlich, sondern wie ein Teil der dahinterliegenden Wohnanwesen, zumal auch eine entsprechende Parkplatzbeschilderung fehlt. "Hier parkt doch keiner, weil er Ärger mit den Anwohnern dahinter befürchtet. Das sieht doch aus wie Privatgelände", so der Tenor im Ausschuss. Und warum sollte dort überhaupt einer sein Auto abstellen wollen, Stellplätze gibt es dort genug entlang der Straßenränder.
Auch die direkten Anlieger und vermeintlichen Eigentümer der Pflasterflächen sind über den Zustand nicht begeistert. "Wir wohnen seit 2001 hier, pflegen das Grün rund um die Plätze und räumen Unrat weg. Die Gemeinde macht hier nichts", klagt Anwohnerin Ursula Reifer gegenüber dem TV.
Was also tun? In der anschließenden Sitzung präsentierte Ortsbürgermeister Thelen mehrere Alternative: alles so lassen, wie es ist, oder das Pflaster herausreißen und Grün drüber. Dann müsste die Gemeinde für die Anwesen dahinter aber auch Zuwegungen anlegen. Die von Thelen und der Mehrheit bevorzugte dritte Alternative: Die Gemeinde bietet die Flächen den Anliegern zum Kauf an. Die können sie dann nach ihrem eigenen Gusto gestalten, und die Gemeinde spart die Kosten für eine bald anstehende Ausbesserung des Pflasters.
Gegenfrage aus der Sitzung: "Und wenn Anlieger nicht kaufen wollen?" Antwort: "Dann wissen die, dass wir dort einfach Rasen anlegen. Und das werden die sich überlegen, zumal der Verkaufspreis nicht allzu hoch sein dürfte." Eine Empfehlung wird nun an den Ortsgemeinderat gehen.
Noch nicht geklärt ist ein Konzept zur Verkehrsberuhigung in der Neudorfstraße. Eine Einbahnstraßenregelung käme in Betracht. Eine bessere Lösung wäre nach allgemeiner Ansicht "versetztes Parken" durch entsprechende Markierungen und/oder künstliche Fahrbahnverengungen.
Dies dürfe aber nicht so extrem ausarten wie die "Bauminseln" mit Bordsteinen auf der Konzer Brunostraße. Ortsbürgermeister Thelen meinte, dass sich erst einmal einige Azubis der Konzer Verwaltung zum Thema Neudorfstraße "gestalterisch austoben" sollten.