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Paschel will Großprojekt anpacken

Paschel will Großprojekt anpacken

Die Pascheler Brunnenstraße wird auf einer Länge von 170 Metern erneuert. Das kostet insgesamt rund 320 000 Euro, wobei auch die Bürger an diesen Kosten beteiligt werden. Durch Zuschüsse des Landes könnten diese Beiträge sinken. Doch die Hoffnung, dass sie auch tatsächlich fließen, ist nicht unbedingt groß.

Paschel. Das kleine 239-Einwohner-Dorf Paschel hat vielen größeren Orten eins voraus. Die Gemeinde ist noch schuldenfrei.
Nun steht in Paschel aber ein Großprojekt an. Die innerörtliche Brunnenstraße soll saniert werden. Nach aktueller Schätzung wird dies rund 320 000 Euro kosten. Vorgesehen ist der Ausbau auf einer Länge von 170 Metern. Die Fahrbahn wird laut Planung 5,50 Meter breit sein, der Gehweg 1,25 Meter.
Der Ausbau der Brunnenstraße beschäftigt die Pascheler Gemeindepolitik schon lange. Bereits in der Amtszeit von Erich Thiel, der bis 2014 Ortsbürgermeister war, wollten die Pascheler dieses Projekt anpacken.
Ort ohne Schulden


Das Problem: Das Land lehnte den Zuschussantrag ab, den die Hochwaldgemeinde gestellt hatte. Die Begründung aus Mainz lautete: Schuldenfreie Orte können das selbst schultern und solche Projekte alleine finanzieren.
Inzwischen hört sich der Tenor des Landes Rheinland-Pfalz entschärfter an. In einem Schreiben an die Pascheler heißt es seitens des zuständigen Ministeriums: "Es bestehen keine Bedenken, wenn mit der Maßnahme aus Verkehrssicherheitsgründen vor der möglichen Erteilung eines Bewilligungsbescheides begonnen wird." Bedeutet im Klartext: Es besteht noch die Hoffnung auf einen Zuschuss aus dem Investitionsstock der Landesregierung. Damit könnten sich auch die Beiträge reduzieren, die die Pascheler Bürger beim Ausbau der Brunnenstraße zahlen müssen.
Eine feste Zusage für eine Förderung sei mit diesem Bescheid allerdings nicht verbunden. "Im Falle der Ablehnung muss die Aufbringung der Mittel zur Finanzierung aus eigener Kraft gesichert sein", teilt das Ministerium mit.
In Paschel gilt das Abrechnungssystem des sogenannten wiederkehrenden Beitrags. Das heißt: Nicht nur die direkten Anlieger werden bei Straßenbauprojekten an den Kosten beteiligt. Vielmehr werden in einem vorher festgelegten Abrechnungsgebiet alle Besitzer eines bebauten oder bebaubaren Grundstücks zur Kasse gebeten.
Nach Auskunft der Verbandsgemeindeverwaltung Kell wird der beitragsfähige Aufwand durch die Fläche der Grundstücke geteilt. Bei einer beitragspflichtigen Gesamtfläche von rund 56 386 Quadratmetern in Paschel würde sich für die Besitzer der am Abrechnungssystem beteiligten Grundstücke ein derzeitiger Satz von voraussichtlich 3,60 Euro pro Quadratmeter ergeben. "Dies gilt nur für die Ortschaft Paschel, nicht aber für die Ortsteile Benrather Hof und Steinbachweier", betont der amtierende Gemeindechef Maurice Meysenburg. Auch die Besitzer von Parzellen im Pascheler Neubaugebiet Schillertshag seien noch von diesen Kosten ausgenommen.
Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Brunnenstraße waren bisher auch der Abriss der alten Stützmauer und die Errichtung einer neuen geplant. Außerdem soll der Platz vor dem Brunnen ein anderes Aussehen erhalten. Aus den Reihen der Bürger wurden mehrere Gestaltungsvorschläge für die neue Mauer gemacht. Denn das daran angrenzende Grundstück soll in Zukunft bebaut werden. Das Ingenieurbüro Paulus und Partner wurde vom Rat beauftragt, weitere Varianten zu prüfen. Zum Beispiel, ob durch Aufschüttung des Grundstückes auf die Errichtung der Mauer verzichtet werden kann.