Paula

Jetzt ist mein Arbeitsort Hermeskeil also berühmt. Forscher haben ja herausgefunden, dass dort oben im Hochwald schon die Truppen von Julius Cäsar um 50 vor Christus ein großes Feldlager errichtet haben.

Es sind die frühesten Spuren der Römer in ganz Deutschland. "Super, unser Hermeskeil ist also älter als Trier", jubelte deshalb meine Kollegin Alexia im Aufenthaltsraum. "Hättest du wohl gerne", konterte daraufhin Michaela. "Römerlager hin oder her, Trier hat nachweislich schon seit 17 vor Christus städtische Strukturen. Die hat Hermeskeil ja bis heute nur zum Teil. Trier ist und bleibt also Deutschlands älteste Stadt." Bevor bei diesem Wortgefecht Dolche gezückt wurden, habe ich schnell mal die Diskussion dahin gelenkt, wie die Hermeskeiler ihren Sensationsfund vermarkten können. Michaela hatte da auch gleich schon eine Idee: "Man könnte ja in Zukunft ,Brot und Spiele\' oben in Hermeskeil an der Stelle des Römerlagers veranstalten. Das Geld hätten die Trierer dann schon mal gespart." Kollege Herbert schlägt vor, dass man einmal im Jahr ein Zeltlager für Antikenfreunde aufschlägt und dann direkt auf der Landesgrenze eine Schlacht zwischen den Römern - gemimt von den Rheinland-Pfälzern - und den Kelten auf dem Hunnenring nachspielt. "Dann können wir es den Saarländern mal so richtig zeigen", freut er sich. In eine ganz andere Richtung gehen die Überlegungen von Hannes. Er meint: "Die Hermeskeiler müssen jetzt Kapital aus der Sache schlagen und an den Verteidigungsminister schreiben. Denn wenn sie dem Herrn de Maizière klarmachen, dass Hermeskeil der älteste Ort ist, in dem Soldaten stationiert waren, dann muss er die Schließung der Hochwaldkaserne wieder rückgängig machen." Na ja, ob diese Erklärung ausreicht? Ich glaube, um mal mit dem alten Cäsar zu sprechen: Diese Würfel sind leider schon lange gefallen. Diese und weitere Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne