Pendlerstrecken bleiben Problemfälle

Tawern/Temmels/Wincheringen/Saarburg · Buckelpiste trifft samtig-glatten Asphalt: Das ist auf der Strecke zwischen Tawern und Temmels der Fall. Denn ein Teil der Strecke ist bereits saniert. Wann dort weiter ausgebaut wird, ist ebenso unklar wie der Ausbau der Verbindungen von Saarburg nach Nittel oder Wincheringen.

Tawern/Temmels/Wincheringen/Saarburg. Wer von Tawern Richtung Temmels fährt, der merkt es: Plötzlich ist der Asphalt tiefgrau und makellos. Es ruckelt nicht mehr so stark beim Drüberfahren. Von Rissen und Löchern keine Spur, und breiter ist die Straße auch. Denn ein Teil der bei Luxemburg-Pendlern aus dem Raum Konz-Saarburg sehr beliebten Strecke ist bereits saniert worden. Die Landesstraße 136 wurde in einem ersten Bauabschnitt zwischen Temmels und Fellerich saniert. Die 1,9 Kilometer Fahrbahn kosteten das Land rund 1,35 Millionen Euro. Fast ein Jahr lang mussten Pendler aus Tawern einen weiten Umweg fahren (der TV berichtete).
Damit ist die Straße aber noch nicht komplett ausgebaut. Genauso wenig wie die anderen Pendlerstrecken zwischen Saar und Obermosel: Die L 135 zwischen Saarburg und Nittel und die L 132/134 zwischen Saarburg und Wincheringen. Beide Straßen stehen daher gemeinsam mit der L 136 auf dem Wunschzettel von Landrat Günther Schartz, den er dem für Infrastruktur zuständigen Minister Roger Lewentz bei dessen Antrittsbesuch in der Region mitgeteilt hatte.
Abschnitte der L 135 bei Saarburg (Kunoweiher) sowie die L 134 in Wincheringen sind in den vergangenen Jahren schon teilweise saniert worden. In die Tawerner Ortsdurchfahrt investierte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) 2009/2010 rund 900 000 Euro. Aber wie sieht es mit dem weiteren Ausbau der Straßen aus?
Der LBM verweist auf die finanzielle Lage des Landes. "Sicherlich wäre es wünschenswert, die drei Landesstraßenabschnitte zumindest teilweise ausbauen zu können", sagt Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter der Trierer LBM-Dienststelle. Landesstraßen können jedoch nur dann ausgebaut werden, wenn das Land entsprechende Mittel im Haushalt bereitstellt.
Der Landtag habe, so Bartnick, im vergangenen Jahr die sogenannte Schuldenbremse in der Landesverfassung verankert. Diese sieht vor, dass das Land ab 2020 den Haushaltsplan grundsätzlich ohne Einnahmen aus Krediten ausgleichen muss. "Die allgemein sehr angespannte Situation der öffentlichen Haushalte verlangt von der Landesregierung mit Blick auf die Schuldenbremse Konsolidierungsmaßnahmen in einem erheblichen Umfang", sagt Bartnick weiter. Dies habe zur Folge, dass viele wünschenswerte Projekte "leider nicht oder nicht unmittelbar realisiert werden können." Auch der Straßenbau sei davon nicht ausgenommen. "Vor diesem Hintergrund ist derzeit auch leider nicht absehbar, wann Investitionsmittel für die genannten Wunschstrecken eingeplant werden können." Das Ministerium bestätigt dies: "Es kann aktuell Verhandlungen und Gesprächen über das Landesbauprogramm nicht vorgegriffen werden."