Persönliche Kontakte als Chance

Er ist wohl der letzte Pfarrer, der im Wasserliescher Pfarrhaus gewohnt hat. Gerne lassen die Wasserliescher Katholiken ihren Pfarrer Hans Diekmann nicht gehen, der sich nun nach knapp drei Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

Wasserliesch. (QO) Herzlicher Applaus brandete auf, als der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Aper endete. Beim Herausgehen wurde Pfarrer Prälat Hans Diekmann von Kindern mit Blumensträußen beschenkt und musste viele Hände schütteln: Der 65-jährige Seelsorger begibt sich in Trier in den wohlverdienten Ruhestand. "Ich freue mich darauf, ohne jeden äußeren Druck meine Zeit so zu gestalten, wie ich möchte", sagt der Pfarrer. Seiner Gemeinde sagt er gerne zu, sich öfter einmal in Wasserliesch sehen zu lassen. Im August 2005 hatte Hans Diekmann, der aus dem saarländischen Elversberg stammt und 1991 zum Doktor der Theologie promovierte, die Pfarreiengemeinschaft von Wasserliesch, Könen und Oberbillig übernommen. Zusammenführung der drei Pfarrgemeinden

"In kurzer Zeit habe ich sehr viele Menschen kennengelernt", freut sich der Seelsorger. "Das ist die Chance des Priesters - persönliche Kontakte." Es sei ihm wichtig gewesen, Kranke zu besuchen und mit den Messdienern zu arbeiten. "Ein großes Anliegen war mir die Zusammenführung der drei Pfarrgemeinden, die alle individuell geprägt sind, zu einer Pfarreiengemeinschaft", sagt Hans Diekmann. Er lacht: "Das ist, wie drei Frauen zu haben und alle gleich zu lieben."Dechant Klaus Feid las dem scheidenden Pfarrer das Dankesschreiben von Weihbischof Robert Brahm vor; Ortsbürgermeister Herbert Rausch bezeichnete ihn als "einen Mann, der weiß was er will und gut auf Leute zugehen kann". Man habe sich sehr gut verstanden. "Hans Diekmann ist der letzte Pfarrer im Pfarrhaus von Wasserliesch", sagte Professor Hans Thein vom Verwaltungsrat. Die Pfarrstelle sei seit rund 1500 Jahren besetzt gewesen. Die Gemeinde lasse Diekmann nicht gerne gehen: "Er ist ein vorzüglicher Seelsorger."

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