Petrus ist keine Wasserratte

Regen, Wolken, kühle Temperaturen: Der Sommer 2007 war kein großes Vergnügen - auch nicht für Dieter Speck, Betriebsleiter im Freibad Saarburg. Nur 43 000 Besucher waren gekommen, 38 Prozent weniger als im Vorjahr.

Saarburg. Was war das bloß für ein Sommer? Diese Frage wird sich Dieter Speck, Betriebsleiter des Frei- und Hallenbades Saarburg, spätestens dann gestellt haben, als er die Gästezahlen der Freibadsaison zusammengefasst hat. Nur rund 43 000 "Wasserratten" haben von Mitte Mai bis Mitte September den Weg ins kühle Nass unter freiem Himmel gewagt.Loch in der Finanzplanung

"Das sind etwa 38 Prozent weniger als im Vorjahr", rechnet Speck und erinnert sich: "Es war an manchen Tagen so wenig los, dass wir von uns aus mit den Gästen das Gespräch gesucht haben." Das komme sonst nicht vor. "Wenn an Spitzentagen 2500 Schwimmer ins Freibad kommen, dann hat man für so was keine Zeit." Solche Tage waren allerdings in dieser Saison Mangelware.Der Grund dafür liegt auf der Hand: "Das Wetter war einfach zu schlecht", sagt Speck. Zum Schluss hat das Freibad sogar zwei Wochen länger als geplant geöffnet, um die letzten schönen Tage im September auszunutzen. "Vor zwei Jahren haben wir damit noch 12 000 Besucher zusätzlich verzeichnen können", sagt Speck. Doch in diesem Jahr habe auch das nichts geholfen. Wenn sich schon am Himmel die grauen Wolken breitgemacht haben und der hauseigene "Wetterfrosch" Patrick Sehr keine Hoffnung mehr auf Sonne sah, dann haben Dieter Speck und seine Mannschaft kurzerhand das Freigelände geschlossen. "Und weil das unsere eigene Entscheidung war, haben alle Inhaber einer Freibad-Saisonkarte freien Eintritt ins Hallenbad erhalten." Doch was vielleicht für die Freibad-Besucher eine gute Alternative zum Schlechtwetter-Schwimmen war, hat der Kasse des Bades nicht geholfen. Der deutliche Einbruch der Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr hat ein Loch in die Finanzplanung gerissen. Eine bequeme Lösung für dieses Problem wäre die Erhöhung der Eintrittspreise in der nächsten Saison. Aber so einfach wollen es sich Dieter Speck und Leo Lauer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, nicht machen. "Es wird keine Erhöhung geben", stellt Lauer klar. "Wir werden den Verlust im Rahmen der allgemeinen Haushalts-Situation auffangen."Und Speck bemüht sich seinerseits mit neuen Öffnungszeiten und weiteren Aktionen, mehr Schwimmer auch über den Winter hinweg ins Hallenbad zu locken. "Neuerdings haben wir mittwochs schon um halb sieben geöffnet", rührt er die Werbetrommel. "Und das nächste Mondscheinschwimmen ist für Januar geplant." Auch seine Vision eines Kinoabends werde bald in Angriff genommen.Und im Anschluss daran heißt es schnell wieder: "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" Für Leo Lauer ist das keine Frage. Er stellt unumwunden fest: "2008 gibt es wieder schönes Wetter!"