Pfarrer und Manager

1,75 Priester für sechs Pfarreien mit zehn Dörfern: Der vom Bistum Trier aufgelegte Strukturplan 2020 greift zum erstn Mal in der Verbandsgemeinde (VG) Konz. Die Pfarreiengemeinschaften Tawern-Temmels und Könen-Oberbillig-Wasserliesch werden vereint.

 Der Strukturplan 2020 betrifft auch Konz: Der erste Schritt im grünen Bereich ist getan. Wann die nächsten folgen, ist noch offen. TV-Grafik: Birgit Keiser/TV-Foto: Archiv/Klaus D. Jaspers

Der Strukturplan 2020 betrifft auch Konz: Der erste Schritt im grünen Bereich ist getan. Wann die nächsten folgen, ist noch offen. TV-Grafik: Birgit Keiser/TV-Foto: Archiv/Klaus D. Jaspers

Konz. "Alles muss sich ändern, damit es bleibt, wie es ist", das ist das Motto, das Pfarrer Jörg Dunsbach zurzeit gerne wählt, wenn er von der Zusammenlegung der Pfarreiengemeinschaften Tawern-Temmels und Könen-Oberbillig-Wasserliesch spricht. Ab dem morgigen Donnerstag, 1. Mai, gehören die insgesamt rund 8000 Gläubigen zu einer Gruppe, in absehbarer Zeit kommt Nittel mit knapp 2000 Katholiken dazu. Das ist auf die VG Konz bezogen der erste Schritt des Strukturplans 2020, den das Bistum Trier aufgelegt hat (der TV berichtete). "Mit der Zusammenlegung sind wir für die zukünftige Entwicklung gut gerüstet", sagt Pfarrer Dunsbach, mit seinen 40 Jahren der jüngste Pfarrer im Dekanat. Er begrüßt das vorausschauende Handeln, das noch unter Bischof Reinhard Marx eingeleitet wurde - auch wenn er auf der anderen Seite die damit verbundenen Einschränkungen bedauert. Ohne sie funktioniert der Plan jedoch nicht. Wo - Nittel eingerechnet - vorher drei Pfarrer zur Verfügung standen, werden nur noch 1,75 Priester aktiv sein können: Pfarrer Jörg Dunsbach, der seit September 2001 die Pfarreien Tawern-Temmels leitet und seinen Dienstsitz in Tawern behält, und sein Kooperator Anatole Zoé Dovonou, der bis vor Kurzem noch mit dem nun in Ruhestand getretenen Prälat Hans Diekmann in Wasserliesch tätig war. Sie werden unterstützt durch Gemeindereferent Maik Bierau, zwei Pfarrsekretärinnen, den Pfarreienrat und etliche Ehrenamtliche, "ohne die vieles nicht möglich wäre".Extra-Wünsche sind kaum mehr drin

Mit Blick auf das Kirchenrecht und die liturgischen Bücher hat Dunsbach einen Plan festgelegt, wie sich die Zukunft in seinem Gebiet organisieren lässt. "Keine Pfarrei kann mehr ihre 100 Prozent Rundumversorgung erwarten", warnt er vor. Extra-Wünsche werden Mangelware. Ein detaillierter Einsatzplan an den Festtagen lässt kaum mehr Spielraum. Beispielsweise gibt es an Gründonnerstag, Karfreitag und zur Osternacht nur einen Gottesdienst an einem Ort, an Heiligabend werden Kinderwortgottesdienste und zwei Christmetten gehalten. Doch eins ist sicher: Alle fünf Pfarreien haben jeweils einen Sonntags-Gottesdienst - wenn alle Kräfte da sind. Im Krankheitsfall oder in Urlaubszeiten wird es auch da eng.Jörg Dunsbach wird am Donnerstag, 1. Mai, um 15 Uhr in Wasserliesch in sein neues Amt eingeführt. Meinung Im Sinne der Nächstenliebe Weniger Personal und dennoch der grundlegend gleiche Service: Um dies zu gewährleisten, muss die Kirche wirtschaftlich denken. Wo lassen sich Kapazitäten einsparen, wo Synergien nutzen? Klar, dass da auch die Gläubigen einstecken müssen. Anders lässt sich die Seelsorge nicht aufrecht erhalten. Nun heißt es zusammenrücken. Vielleicht ein Grund mehr, die Nächstenliebe aufzufrischen. a.pipke@volksfreund.de

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