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Pfarrhaus und Supermarkt sind Dauerthemen in Nittel

Dorfentwicklung : Pfarrhaus und Supermarkt sind Dauerthemen in Nittel

Bei zwei Ratssitzungen in einer Woche haben die  Nitteler Räte mehrere  Projekte vorangebracht.

Zum Ende der laufenden Legislaturperiode drückt der Nitteler Ortsgemeinderat noch einmal ordentlich auf das Gaspedal: Damit der Umbau des ehemaligen Pfarrhauses zu einer Außenstelle des Nitteler Kindergartens bis Ende August 2019 abgeschlossen werden kann, müssen noch diverse Aufträge an Handwerksfirmen vergeben werden. Und auch beim Supermarkt soll mit der Verabschiedung eines neuen sogenannten „Vorhabenbezogenen Bebauungsplans“ mit dem Titel „Einkaufszentrum Nittel“ die Grundlage dafür geschaffen werden, dass auch in der Phase ohne einen neuen beschlussfähigen Ortsgemeinderat keine weitere Zeit verloren geht.

Dass ein Ortsgemeinderat zweimal innerhalb von acht Tagen zusammenkommt, ist eher ungewöhnlich. Im konkreten Fall geht es darum, dass der Umbau des ehemaligen Nitteler Pfarrhauses in eine Kita-Außenstelle auch dann weitergehen kann, wenn sich der Ortsgemeinderat Nittel nach der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 erst neu konstituieren muss. Kurzfristig fielen 17 000 Euro für die Herrichtung eines Technikraums und Außenputzarbeiten an.

Deutlich teurer wird die Verlegung des Estrichs. In der Ausschreibung wurde ein zu schwerer Bodenbelag beauftragt. Als Statiker den Fehler bemerkten, war der Auftrag aber bereits vergeben.

Die neuen Anforderungen an den Bodenbelag konnten von der beauftragten Firma aber fachlich nicht ausgeführt werden. Dem Ortsgemeinderat blieb daher nur die Möglichkeit, den bereits vergebenen Auftrag zurückzuziehen. Man konnte sich mit dem betroffenen Unternehmen aber auf eine einvernehmliche Vertragskündigung einigen. Der neue Fußboden mit einer deutlich geringeren Flächenlast kostet aber rund 40 000 Euro mehr.

Für die weiteren noch zu vergebenden Aufträge rund um die Herrichtung des Pfarrhauses (Trockenbau, Schlosserarbeiten, Gerüstbau, Außenanlagen, Möbel und einiges mehr) stellte der Ortsgemeinderat dem Ortsbürgermeister mit deutlicher Mehrheit (11 zu 4 Stimmen) eine Art Generalvollmacht aus, die notwendigen Arbeiten zu beauftragen. Zu welchen Kosten, nach welchen Kriterien die Aufträge vergeben werden – all dies blieb in der letzten Sitzung unerwähnt.

Der „Vorhabenbezogene Bebauungsplan Nitteler Einkaufszentrum“ war ebenfalls Gegenstand umfangreicher Beratungen. Dabei wurden Planungen zum Schallschutz, zur Entwässerung, zur Belegung der einzelnen Etagen und Nutzungsverpflichtungen in dem teilweise viergeschossigen Bau an der Bundesstraße 419 in Richtung Rehlingen vorgestellt.

Diskussionen gab es darüber, dass anstelle der ehemals vorgesehenen Seniorenresidenz nun einige Wohnungen mit barrierefreier und rollstuhl- beziehungsweise rollatorgerechter Ausstattung für einen bestimmten Personenkreis (über 60 Jahre alt, mit Behinderungen) reserviert werden sollen. Die Altersbeschränkung leuchtete nicht allen Ratsmitgliedern ein. Schließlich gebe es auch Rollstuhlfahrer unter 60 Jahren, die somit nicht in den Genuss einer bevorzugten Behandlung bei der Wohnungsvergabe kommen könnten. Die Mehrheit des Rates war aber mit den vorgelegten Planungen einverstanden, der Bebauungsplan wurde verabschiedet.

Nittels Ortsbürgermeister Peter Hein berichtete auch darüber, dass sich die Ortsgemeinde Nittel im Planungsverfahren für einen Drogeriemarkt in Temmels gegen dessen Genehmigung aussprechen werde.

Außerdem korrigierte Hein Äußerungen, dass das Baugebiet „Wiesengraben“ keinen Gewinn für die Ortsgemeinde abgeworfen hätte: „Der Überschuss wird zurzeit noch errechnet.“ Für die Sanierung des bestehenden Kindergartens in der Straße Im Stolzenwingert kann die Ortsgemeinde mit einem Zuschuss von rund 120 000 Euro rechnen.