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Pfarrkirche in Fisch muss für eine halbe Million renoviert werden

Renovierungsprojekt : Genießen und spenden für kaputte Kirche

Die Pfarrkirche in Fisch, wohl eine der ältesten im Bistum Trier, muss für eine halbe Million renoviert werden. Um dies zu finanzieren, haben die Fischer sich etwas einfallen lassen.

Jäb ist der mundartliche Name für Jakob. In Fisch ist es eine Ehrenbezeichnung, denn es ist der heilige Jakobus (der Ältere) gemeint, eine Gestalt aus dem Neuen Testament, der 44 nach Christus hingerichtet wurde. Ihm ist die Pfarrkirche Fisch geweiht, die laut Ortsbürgermeister Otmar Wacht eines der ältesten Gotteshäuser im Bistum Trier ist und dringend renoviert werden muss.

Es steht am Jakobsweg, genau 1970 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt, dem Ziel der Pilger in Spanien.

Der Kirchengemeinderat und weitere Unterstützer wollen mit einer besonderen Aktion Geld für das Projekt sammeln, das rund eine halbe Million Euro kosten wird. Dafür ist für das Gotteshaus des ehemaligen Litdorf-Rehlingen unter dem Motto „Spenden und Genießen“ eine Weinpräsentation und Verkostung am Sonntag, 18. Oktober, ab 14 Uhr im Dorfpark Lebensfluss geplant.

„Seit zwei Jahren wollen wir unsere Kirche bereits renovieren“, sagt Ortsbürgermeister Otmar Wacht. Inzwischen drängt die Zeit, denn das Dach ist undicht, die Schieferschindeln porös und Wasser läuft ins Mauerwerk.

„Beim nächsten Frost wird die Sache noch viel schlimmer“, befürchtet Stefan Kaiser vom Kirchengemeinderat, der sich die Schadenslage von einem Dachdeckermeister schildern ließ.

Die Besonderheit: Das Tragholz der Turmspitze stammt aus dem 12. Jahrhundert und muss gesichert werden, sonst droht eine erhebliche Unfallgefahr durch herabfallende Teile.

Den Löwenanteil, 60 Prozent der Summe, trägt das Bistum. „Das haben wir durchbekommen, weil es zur Substanzerhaltung beiträgt“, erklärt Pastor Georg Goeres.

In weiteren Bauabschnitten sollen das gesamte Dach und die Fenster erneuert sowie die Außenfassade neu gestrichen werden. „Wenn das Gerüst erst mal steht, geht der Anstrich in einem Abwasch“, sagt Ortschef Wacht.

Doch für den ersten Bauabschnitt, den Turm, werden allein schon 180 000 Euro nötig sein. Davon sind 70 000 Euro von der Kirchengemeinde aufzubringen. Und Eigenleistung, für die Fisch aus anderen Projekten bekannt ist, kann hier auch nur eingeschränkt zum Tragen kommen, weil die Arbeiten von Fachfirmen erledigt werden müssen.

Wie sollen nun Spendenwillige zur Unterstützung angeregt werden? Ein Pfarrfest oder eine Feier ist in Corona-Zeiten nicht erlaubt. Doch Fisch ist immer für eine pfiffige Idee gut: Zwei Spendenweine aus der Region, Weißburgunder Spätlese trocken und Rivaner Elbling cuvée fruchtig, sowie geschmacklich passender Käse vom Altfuchshof Kahren werden am Sonntag, 18. Oktober, ab 14 Uhr zum Probieren im Dorfpark Lebensfluss bereitgehalten. Das Motto: Fir de Häip vum hällijen Jäb. Probieren, kaufen und dabei Gutes tun – das steckt hinter dieser Idee.

Grafik-Designerin Esther Höllen entwarf die Etiketten für die beiden „Flaschen des Jäb“ und passende Banner und Schürzen für die Helfer. „Wir müssen natürlich die Corona-Regeln einhalten und haben ein spezielles Hygienekonzept gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell erarbeitet“, darauf weist Ortschef Wacht hin.

Eine Flasche Wein kostet 10 Euro. Davon fließen vier Euro ins Renovierungsprojekt. Ab Anfang November wird es die beiden Weine auch im Edeka-Markt Eble an der Irscher Straße in Saarburg zu kaufen geben. Die Initiative ist langfristig angelegt. Auch neue Wein-Jahrgänge werden künftig für die gute Tat genutzt.

Ab 14. Oktober ist eine Internet-Seite zum Renovierungsprojekt geschaltet. Auf www.jaeb.eu wird über die Pfarrkirche Fisch und ihre Renovierung umfassend informiert.