Philosophischer Weg

RISSENTHAL. (red) In Sachen Tourismus setzt das Saarland zurzeit verstärkt auf Wandern. Erst kürzlich konnte Losheims Bürgermeister Lothar Christ in Düsseldorf eine Urkunde für den Schluchtenpfad in seiner Gemeinde entgegen nehmen, der zum Wanderweg des Jahres gewählt wurde. Ein weiterer Wanderweg wurde ebenfalls kürzlich eröffnet: der Peter-Wust-Weg bei Rissenthal.

Jetzt hat die Gemeinde Losheim ein weiteres Juwel in die Reihe ihrer Wanderwege aufnehmen können: den Peter-Wust-Weg zwischen Rissenthal und Wahlen. Der 8,8 Kilometer lange Rundweg, der in der Vergangenheit ins Netz der Saar-Lor-Lux-Wanderwege eingebunden war, ist komplett neu gestaltet worden. Auf dem Weg findet der Wanderer zehn Sandsteine mit Zitaten des Philosophen aus Rissenthal. Der Weg beginnt am Geburtshaus des Philosophen in Rissenthal und führt über leichte Anstiege wieder nach Wahlen zurück zum Geburtshaus. Die Strecke war Peter Wust zwischen 1898 und 1900 fast täglich gegangen, um beim Wahlener Pfarrer Braun Lateinunterricht zu nehmen. Was bewegte Wust auf diesem Weg von Rissenthal nach Wahlen? Dieser Frage ging Prälat Herbert Hoffmann, Präsident der Peter-Wust-Gesellschaft, bei der Einsegnung des Wegs nach. Es war "der unbändige Drang, mehr von der Welt zu sehen" als die Kargheit des Lebens in einer großen Siebmacherfamilie, sagte Hoffmann. Der Horizont des späteren Professors aus Rissenthal habe sich geweitet, als Pfarrer Braun den Jungen nach seiner Schulentlassung auf den Besuch eines Gymnasiums vorbereitete. Der Weg nach Wahlen war so zugleich Wusts Weg in die Gesellschaft. Er erkannte früh die Schönheit des Wegs, der jetzt nach ihm benannt wurde. "Damals, in der Wahlener Zeit hatte ich das seltene Glück, Natur und Geisteswelt in schöner, harmonischer Einheit unmittelbar neben- und miteinander zu genießen", schrieb er in seinem Werk "Gestalten und Gedanken". Wusts Lebensweg (er unterrichtete später Philosophie an der Universität Münster) ist für Kultusminister Jürgen Schreier ein Beispiel dafür, dass Talent und bescheidene Herkunft sich nicht ausschließen. Für die Rissenthaler ist Wust der große Sohn des Orts geblieben, wie die stellvertretende Ortsvorsteherin Beate Tost ihn würdigte.