Picknick mit Kopfstand und Charleston in Saarburg

Veranstaltungen : Picknick mit Kopfstand und Charleston in Saarburg

Kulturgießerei Saarburg führt in die wilden 20er Jahre zurück. Rund 200 Besucher entdeckten eine Welt, die nur von kurzer Dauer war.

„Soll ich mal einen Kopfstand machen?“, fragt Fräulein Susi, die eine Bedienung in der Truppe Charleston-Company aus München spielt. Ober Willi hält kurz den Stuhl fest und schon versetzt die junge Fachkraft die Gäste des Picknicks an der Kulturgießerei ins Staunen. Nachgestellt wird die Zeit der Goldenen Zwanziger. „100 Jahre Weimarer Republik und 70 Jahre Grundgesetz ist die Leitidee im aktuellen Jahresprogramm der Kulturgießerei“, sagt der Organisator, der angehenden Veranstaltungskaufmann Marco Zimmer.

Swing und Charleston als Musikstile passen in diese Zeit. 85 Gäste genossen bereits den Vorabend mit der Band Grammophonics und den Tänzern von Lindy Hop. Die beiden Sänger und Stepp-Tänzer Alexander Huß, Künstlername Joe Flyingshoe Johnson, und Albrecht von Weech, alias Al Count de Ville, staunen nicht schlecht über den Ort ihres Auftritts. „In einem solchen Ambiente haben wir noch nicht gespielt“, sagt Huß. Es sei großartig, wie diese historische Gießerei so liebevoll erhalten wird.

Am zweiten Tag kamen rund 200 Picknickgäste, darunter auch einige im Stil der Zeit gekleidete. Sie nahmen sich Zeit, Kultur und Gaumenfreuden zu genießen. Ein Zeichen setzen die Veranstalter mit dem Verkauf von Papiertüten, die dann an den acht Ständen  gefüllt werden. „Hier wird nichts in Plastik verpackt. Das gab es damals noch nicht“, begründet das Marco Zimmer.

Fans der Kulturgießerei sind Dirk Altpeter und seine Gattin Erika aus dem saarländischen St. Wendel. Sie sind auch Stammgäste beim Viktorianischen Weihnachtmarkt und immer stilecht gekleidet. „Diese Zeit war etwas Besonderes, vor allem die Musik“, sagt Dirk. „Darauf zu tanzen macht besonders Spaß“, ergänzt Erika. Saarburger Besucher sind das junge Paar Julia Trierweiler und Christian Dammann. „Das ist so eine schöne, sanfte Atmosphäre hier“, freut sich Julia. Und Christian meint: „Es ist irgendwie beruhigend, ohne Hektik in diese Zeit einzusteigen, die man sonst nur aus Büchern oder Filmen kennt.“