Pilotprojekt auf Plan-Papier

KONZ. Nach Ansicht der Lebenshilfe Trier-Saarburg fehlt es bis heute weitgehend an Konzepten zur Betreuung von Schwerst- und Mehrfachbehinderten im Alter. In der geplanten Erweiterung des Lebenshilfe-Hauses in Konz sieht die Organisation deshalb ein Pilotprojekt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1969 kümmert sich die Lebenshilfe-Kreisvereinigung Trier-Saarburg intensiv um Menschen mit geistiger Behinderung. Das Betreuungsangebot reicht von Kindertagesstätten über Förderkindergärten und Werkstätten bis hin zu Wohnheimen. Rund 160 hauptamtliche Mitarbeiter sichern derzeit die Bereitstellung von 266 Betreuungsplätzen. Pläne sind da, Finanzen nicht

Zwar habe sich in den vergangenen mehr als drei Jahrzehnten die Arbeit mit Behinderten überwiegend zum Positiven entwickelt, dennoch fehle es bis heute bei der Betreuung von schwerst- und mehrfach behinderten Menschen im Alter über die Region hinaus an weit reichenden Konzepten, erklärt Manfred Wischnewski, stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe Trier-Saarburg. Die Betreuung derer, die auch aufgrund ihres Alters nicht mehr "werkstattfähig" seien, unterliege besonderen Gesetzmäßigkeiten. Das weiß auch Lebenshilfe-Geschäftsführer Alfred Gerard. Vor diesem Hintergrund sei es notwendig geworden, eine Lösung zu finden. Die Überlegungen führten schließlich zu der Idee, das Peter-Zettelmeyer-Haus in Konz baulich zu erweitern. Entstehen soll das "Wohnheim III" auf einem bereits der Lebenshilfe gehörenden Gelände am Mutter-Teresa-Weg, der nahe einer Eisenbahnunterführung in die Konstantinstraße mündet. Außer einem Wohnheim, das die Rundumbetreuung von bis zu 15 schwerst- und mehrfach behinderten Menschen ermöglichen soll, ist nach dem derzeitigen Planungsstand auch eine rund 350 Personen aufnehmende Kantine vorgesehen. Darüber hinaus soll als Erweiterung zu der Werkstatt im bereits vorhandenen Gebäude eine weitere in dem nach aktuellen Schätzungen zwischen 4,5 und fünf Millionen Euro teuren Neubau entstehen. "Die räumliche Enge, die bei uns zurzeit herrscht, hat eine Erweiterung des Werkstattbereichs erforderlich gemacht", erklärt Alfred Gerardy. Konkret: In den vorhandenen Räumen finden derzeit 77 Menschen eine Arbeit, ausgelegt ist die Werkstatt jedoch lediglich für 60. 20 neue Arbeitsplätze sollen in dem Neubau entstehen. Um für das Vorhaben zu werben, hatte die Lebenshilfe-Kreisvereinigung, vertreten durch ihren Vorsitzenden Michael Kutscheid, zahlreiche Gäste aus der Politik sowie Vertreter verschiedener Behörden eingeladen. Gekommen war unter anderem Landrat Günther Schartz, der bis vor kurzem im Vorstand der Lebenshilfe tätig war. Obwohl es sich beim "Wohnheim III" weitgehend noch um Zukunftsmusik handelt, gibt es bereits mehr oder weniger konkrete Pläne zur Bauausführung. "Wir sind bemüht, eine Lösung zu finden, die städtebaulich akzeptabel ist", versichert Gerardy. "Ein konkretes Finanzierungsmodell", so der Geschäftsführer, "gibt es derzeit allerdings noch nicht."

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