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Dorfentwicklung
Pläne für bessere Homepage und ein neues Begegnungszentrum

 Der Internet-Auftritt von Hentern ist nicht mehr aktuell, und das liegt nicht nur am Maibaum.
Der Internet-Auftritt von Hentern ist nicht mehr aktuell, und das liegt nicht nur am Maibaum. FOTO: Herbert Thormeyer
Hentern. Der Ortsgemeinderat Hentern treibt die Ideen für eine neue Nutzung der ehemaligen Grundschule weiter voran. Eine Arbeitsgruppe will sich außerdem der Internetseite der Gemeinde annehmen, um das Dorf und seine Stärken dort besser zu präsentieren. Von Herbert Thormeyer

Wasserversorgung, Abwasser, die Verwaltung der Schulen und der Tourismus – vieles soll flexibler und effektiver gestaltet werden in der neuen Verbandsgemeinde Saarburg-Kell. Deren Bürgermeister Jürgen Dixius hat sich jüngst in einer Sitzung des Ortsgemeinderats Hentern offiziell vorgestellt. Vor allem das Thema Digitalisierung, sagte Dixius, halte er für ein sehr wichtiges. Allerdings: „Wir arbeiten erst seit sieben Wochen in der neuen Struktur zusammen, da kann noch nicht alles rundlaufen.“ Für konstruktive Kritik sei er stets offen.

In Sachen Digitalisierung hat Hentern noch Nachholbedarf. Deutlich wird das beispielsweise, wenn man die aktuelle Homepage der Gemeinde im Internet aufruft, die an einigen Stellen nicht auf dem aktuellsten Stand ist. Doch das soll sich bald ändern. Die Bürgerin Daniela Dengler will eine Arbeitsgruppe bilden, die sich um eine moderne Präsentation des Dorfes im Internet kümmert. Vorschläge dazu können per E-Mail an dengler.daniela@web.de geschickt werden. Die Initiative soll mit in die seit einigen Monaten laufende Dorfmoderation einfließen, bei der die Bürger mit Hilfe externer Berater Ideen für die Entwicklung ihres Heimatorts sammeln.

Weiter vorangeschritten sind die Überlegungen für eine künftige Nutzung des frühreren Grundschulgebäudes. Für das Untergeschoss stellt sich der Gemeinderat ein barrierefreies Begegnungszentrum vor. Laut Ortsbürgermeister Michael Marx könnte dieses multifunktional von verschiedenen Gruppen genutzt werden. Angedacht seien ein Jugendraum mit eigener Toilette und Küchenzeile (25 Quadratmeter), ein Begegnungsraum für Senioren und deren monatlichen Kaffee-Treff (30 Quadratmeter), der auch für Vereine und Ratssitzungen nutzbar wäre, sowie ein Gymnastik- und Turnraum (40 Quadratmeter).

Alles soll behindertengerecht und für Rollstuhlfahrer erreichbar sein. Eine erste Kostenschätzung des Architektenbüros Heinz in Saarbrücken übersteigt die 400 000 Euro-Marke. Durch EU-Mittel aus dem Leader-Programm soll das Projekt für Hentern jedoch zu stemmen sein. „Wir erwarten eine Förderung in Höhe von 240 000 Euro“, sagte Michael Marx. Zugleich hoffe er, dass sich das geplante Projekt für das Obergeschoss, die Einrichtung einer Hausarztpraxis (der TV berichtete), weiter entwickle.

Bis zum 8. März muss der Antrag auf einen Zuschuss für das Begegnungszentrum bei der Lokalen Leader Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf eingegangen sein, damit dort im Mai über die Förderung entschieden werden kann. Wichtigster Bestandteil des Antrags wird eine ausgearbeitete Projektstudie des Architektenbüros Heinz sein.

Fortschritte macht auch die Dorfmoderation: Am 14. Mai treffen sich um 19 Uhr wieder aktive Teilnehmer in der ehemaligen Schule, um zu beraten, wie es mit dem Dorfplatz und dessen Umfeld, dem Tourismus, der Mobilität und dem Wohnen in Hentern weitergehen könnte. „Bei einer Umfrage dazu, was das Beste an Hentern ist, haben die Bürger die Lage in der Natur sowie die Rad- und Wanderwege genannt“, sagte Ortschef Marx erstaunt. Vereine und Dorfleben seien offenbar weniger ausschlaggebend. Dabei würden die Menschen auch in Hentern immer älter und man müsse sich rechtzeitig um deren Mobilität und altersgerechtes Wohnen kümmern.

Einen Ansatz dazu soll das Ausweisen eines Sanierungsgebietes bringen, mit dessen Hilfe bauliche Missstände an Privathäusern dank Steuererleichterungen kostengünstig behoben werden können. „Für die Gebietsabgrenzung muss ein Fachbüro beauftragt werden“, klärt dazu VG-Chef Jürgen Dixius auf. Einstimmig beschloss der Rat, dafür Mittel in den Haushalt einzustellen.