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Pläne für einen Nitteler "Anbau"

Pläne für einen Nitteler "Anbau"

100 Baugrundstücke, ein Supermarkt, eine Wohnanlage für Senioren, neue Parkplätze und ein freigelegter Bach: Die Pläne für das Nitteler Gebiet "Am Wiesengraben" stehen. Derzeit führt das vom Gemeinderat beauftragte Projektentwickler-Ehepaar Frühauf Gespräche mit den Grundbesitzern.

Nittel. Derzeit prägt der Weinbau den Nitteler Landstrich am "Wiesengraben". Doch es existieren Pläne, die auf diesem rund 13 Hektar großen Areal ein weiteres Neubaugebiet für die Obermoselgemeinde vorsehen. Dabei geht es um mehr als um circa 100 Parzellen für den privaten Hausbau mit einer durchschnittlichen Fläche von rund 600 Quadratmetern. Zudem sind die Ansiedlung einer im Amtsdeutschen als "Vollsortiment-Anbieter" bekannten Filiale eines Supermarkts und der Bau einer Seniorenresidenz angedacht. "So wird über das Neubaugebiet die nötige Infrastruktur erschlossen", sagt Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Nicht nur die Nahversorgung werde auf diesem Wege gesichert, auch Möglichkeiten zum bedarfsgerechten Wohnen für Senioren würden eröffnet. Zusätzliche Arbeitsplätze und Gewerbesteuer-Einnahmen winken.

Auch im Umfeld des geplanten Neubaugebiets soll sich einiges tun: Der Ausbau der Straße "Am Wiesengraben" könnte gleich miterledigt, ein bislang unterirdisch verlaufender Bach freigelegt werden, rund 60 Park-and-Ride-Parkplätze könnten eine bessere Busanbindung an Luxemburg zur Folge haben und zusätzliche Stellplätze stünden somit bei Veranstaltungen im Bürgerhaus bereit. Und was die Anbindung an die Bundesstraße 419 angeht, ist die "Konzer Lösung", ein Kreisel, im Gespräch.

Soweit der Plan. Für Nittels Ortsbürgermeister Hans-Josef Wietor steht fest: "Das wird kein Klein-Luxemburg." Es gebe in dem Weinort mit 2300 Einwohnern genug Einheimische, die Interesse am Bau eines Eigenheims hätten. Ob und wie schnell die Vorstellungen der Bauplaner umgesetzt werden können, hängt nun auch davon ab, wie die Gespräche mit den Grundstückseigentümern verlaufen.

Der Gemeinderat hat das Projektentwickler-Ehepaar Petra und Claudius Frühauf aus Wiltingen mit der Abwicklung des Neubaugebiets beauftragt. Die beiden haben dazu ihr ganz eigenes Modell entwickelt, das sie seit sechs Jahren verfolgen. Dabei schließen sich die Grundstücks-Eigentümer zu einer Gemeinschaft zusammen und schließen einen Vertrag miteinander ab. Auf ihr Konto gehen die Kosten für das Bebauungsplanverfahren und für die Erschließung. "Die Kosten werden auf die Schultern Vieler gelegt", erläutert Claudius Frühauf im TV-Gespräch. Dies entlaste die Gemeinde. Und die Privatleute erhielten von ihnen schon bei den Vorab-Gesprächen eine Kalkulation, wie hoch die Kosten letztendlich ausfallen. Die Gemeinde tritt bei diesem Prozess zum einen selbst als Grundstücks-Eigentümerin auf, zum anderen behält sie ihr Hoheitsrecht und kann zum Beispiel bestimmen, wie gebaut wird. Das Ziel Frühaufs ist es nach eigenen Aussagen, die Grundstückspreise auf einem "ordentlichen und erschwinglichen" Niveau zu halten und das Projekt schnell umzusetzen. Ob ihnen das gelingt, werden die Gespräche mit den Grundstücksbesitzern zeigen.