Platz für 300 Bürger mehr

BEKOND. Das Baugebiet "Im Tal" nimmt Konturen an. Für die Ortsgemeinde Bekond ist es ein Projekt von nicht alltäglicher Dimension und Bedeutung. 77 Grundstücke stehen auf dem Bebauungsplan. Das bedeutet: In dem zur Zeit 825 Einwohner zählenden Ort wird es bald rund 300 Neubürger geben.

Grundsätzlich sicher eine positive Entwicklung. Aber es gibt auch kritische Fragen und Überlegungen. Bei der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung waren sie zu hören. Wie verkraftet der Ort das zu erwartende "enorme" Verkehrsaufkommen, nicht nur während der Bauphase, auch später, im normalen Alltag? Die Bevölkerungszahlen sind überall rückläufig - wer soll bei uns bauen? Ist das Ganze nicht eine Nummer zu groß? Wird es im Ortskern leerstehende Häuser geben? Wird Bekond zum "überfremdeten Schlafdorf"? Noch stehen die Wiesen im Baugebiet "Im Tal" in voller Maienpracht. Bei einem Rundgang durch das reizvoll gelegene Areal kommentiert Ortsbürgermeister Paul Reh den Stand der Dinge. "Auf jeden Fall wird die Kirche wieder im Dorf stehen, wenn hier alles bebaut ist", meint er scherzend. Doch dann wird es ernst. Ein Lösungsansatz für die Verkehrsproblematik könnte Paul Reh zufolge eine am Golfplatz entlang über die Ortsein- und Ausfahrt "Kahlbach" an die L 48 angebundene Entlastungsstraße sein. Grob ermittelte Kosten: 400 000 Euro. Erhoffte Zuschüsse: 60 Prozent. Auf keinen Fall könne der zukünftige Verkehr durch den Ort geleitet werden. Im Ortsgemeinderat sei man sich einig, dass zuerst das Verkehrsproblem der Lösung bedarf. Angesichts des "sehr günstigen Autobahnanschlusses fern vom Autobahnlärm" und des Quadratmeter-Preises von 70 bis 80 Euro (voll erschlossen) sieht der Ortsbürgermeister gute Chancen, potenzielle Häuslebauer anzusiedeln. Eine Nummer zu groß sei das Ganze wohl nicht, weil die Maßnahme flexibel in Abschnitten über mehrere Jahre verlaufe. Die Furcht vor leer stehenden Häusern im Ortskern hält Paul Reh für unbegründet. "Neubürger werden nicht scharenweise einfallen"

Die Bausubstanz sei gut, weshalb wohl kaum jemand im Ortskern Ambitionen habe, sein schmuckes Haus aufzugeben. Wegen der Bedenken zu einem "überfremdeten Schlafdorf" verweist Reh noch einmal auf den Zeitablauf der Bebauung. Die Neubürger würden nicht scharenweise in Bekond "einfallen", sondern nach und nach ihre Häuser beziehen. Das komme der Integration zugute. Diesbezüglich habe Bekond mit seinen diversen Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten und den von den Vereinen angebotenen vielseitigen Aktivitäten einiges zu bieten. "Vor allem unser Kindergarten würde von einer Bevölkerungszunahme stark profitieren, denn wir haben für 50 Kinder Plätze, derzeit aber nur 33 angemeldet - bei sinkender Tendenz", macht Paul Reh geltend. Wie geht es weiter? Bevor zu einer Bürgerversammlung zum Thema Baugebiet "Im Tal" eingeladen wird, seien noch einige Fragen zu klären, heißt es. Unterdessen hat der Ortsgemeinderat das Trierer Vermessungsbüro Geoplan beauftragt, im Verfahrensgebiet Lage- und Höhenaufnahmen vorzunehmen. Wenn die erwartungsgemäß ausfallen, wäre technisch alles in Ordnung. "Die Bauarbeiten könnten 2006 beginnen", schätzt Paul Reh. Die Planungsunterlagen hängen im Gemeinde-Info-Kasten am Bürgerhaus zur Einsicht aus.