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Politische Salon Konz: Wie Corona unser Miteinander verändert

Politischer Salon : Wie Corona das Miteinander der Menschen verändert

Der Politische Salon Konz steigt am Sonntag, 27. September, erstmals seit März. Thema der Diskussionsrunde sind diesmal die Auswirkungen des Virus auf das persönliche Lebensumfeld.

„Corona aus der Sicht der Bürger – sprechen wir darüber.“ Das Ziel der Organisatoren des Politischen Salons Konz ist, die Corona-Debatte weg von den Experten und Politikern hin zu den Bürger zu lenken. „Wir alle sind betroffen, weil sich unser soziales Leben durch Corona verändert“, meinen Ingrid Kurz-Scherf, Gisela Schuh und Dorothee Malburg.

Der Politische Salon Konz sagt: „Demokratie braucht das politische Gespräch.“ Bei den vielen Einflüssen, die das Coronavirus auf das Leben der Einzelnen hat, ist es den Organisatorinnen der Gesprächsrunde am Sonntag, 27. September 2020, 11 Uhr in der Turnhalle Ober­­­­­­­­­­­emmel wichtig, dass man nicht nur auf Zahlen und Expertenwissen guckt. „Wir möchten, dass auch das Persönliche gehört wird“, sagt Ingrid Kurz-Scherf. Die Professorin für Politik und Geschlechterverhältnis legt großen Wert darauf, dass die persönlichen Erfahrungen der Menschen im Umgang miteinander unter den Bedingungen der Corona-Pandemie diskutiert werden. Sie selbst war einige Tage mit dem Verdacht einer Corona-Infektion im Trierer Corona-Krankenhaus.

Während ihres Aufenthalts, in dem sie von allen Mitmenschen isoliert war, hatte sie viel Zeit zum Nachdenken: „Möchte man leben um jeden Preis? Vertragen sich Kontaktverbote mit einem würdevollen Leben im hohen Alter?“ Antworten hat Kurz-Scherf einige gefunden, andere Fragen blieben unbeantwortet.

Mitorganisatorin Dorothee Malburg führte in den ersten Wochen des Lockdowns (März und April) ein Tagebuch, um die Veränderungen im Umgang mit Mitmenschen festzuhalten. Sie beschrieb ihre Bedenken, ihren Nachhilfeschüler zu unterrichten – Stichwort Kontaktverbot. Oder ihre Gefühle, als sie von der Trauer eines Bekannten erfuhr, dessen Frau gestorben war: „Darf ich diesen Menschen jetzt in den Arm nehmen?“

Die Situation in den Familien veränderte sich schlagartig von einem Tag auf den anderen, als die Schulen und Kindergärten geschlossen wurden. Sind die traditionellen Rollenverhältnisse – Mann arbeitet, Frau kümmert sich um die Kinder - zurückgekehrt? Was passiert mit einem, wenn man nicht das epidemiologisch erforderliche Verhalten an den Tag legt? Wird man aus seinem sozialen Umfeld „ausgeschlossen“? Verzichtet man unter aufgrund einer möglicherweise lebensbedrohlichen Infektion gern, nur „unter Bauchschmerzen“ oder gar nicht auf die Wahrnehmung seiner Grundrechte wie zum Beispiel die Versammlungsfreiheit? Freut man sich in der Krise über „klare Ansagen“ durch die Politik, wünscht man sich womöglich einen „starken Mann“ als Problemlöser?

All diese Fragen und noch viel mehr können und sollen besprochen werden im Politischen Salon. „Wir werden kein „Richtig“ oder „Falsch“ herausarbeiten. Wir werden nicht besser wissen, wie man sich am besten verhält. Aber wir werden – hoffentlich! – erfahren, was die Menschen bedrückt, wo sie über sich selbst hinausgewachsen sind. Und sie können selbst sprechen“, sagen die Organisatoren. Der Sonntagvormittag könnte spannend, im positiven Sinn auch anstrengend werden.

Der Politische Salon beginnt am Sonntag, 27. September, 11 Uhr, in der Turnhalle in Konz-Oberemmel, Im Großengarten.