Polizei konzentriert Kräfte auf Konz

Konz · Die Polizei will in Konz mehr Präsenz zeigen. Die Mitarbeiter der Wache können sich neuerdings auf das Stadtgebiet konzentrieren. Die Dörfer in der Verbandsgemeinde Konz werden von Saarburg aus betreut. In Karthaus werden Sprechstunden angeboten.

Die Bezirksbeamten Anton Perius (von links), Norbert Buchholz und Jörg Sieren stehen den Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung. TV-Foto: Tobias Senzig

Konz. Viele Konzer fühlen sich nicht sicher. Mit Schlägereien, Vandalismus und Einbrüchen steht die Stadt recht häufig in den Schlagzeilen. Es wurde sogar diskutiert, das Gebiet rund um das Rathaus und den Bahnhof Konz-Mitte per Kamera zu überwachen. Dabei sei die Lage in Konz im Vergleich zu anderen Städten nicht dramatisch, sagt die Polizei. Die Kriminalität gehe kontinuierlich zurück.
Doch das "subjektive Bedrohungsempfinden" der Bürger ist laut Bürgermeister Karl-Heinz Frieden anders. Deshalb waren die Gefühle der Konzer diese Woche auch Thema bei der Vorstellung von drei Bezirkspolizisten, die die bisherigen ablösen.
"Zahlen sind immer interpretationsbedürftig", stellt Frieden fest. Freilich habe die Konzer Verwaltung keine großen Spielräume in der Sicherheitspolitik, sagt der Bürgermeister. Die großen Entscheidungen treffe das Innenministerium in Mainz. Und von dort kam die Ansage, dass bis ins Jahr 2016 ganze 400 Stellen bei den rheinland-pfälzischen Ordnungshütern "abgeschmolzen" werden sollen.
Wache soll für die Stadt da sein


Doch Polizeihauptkommissar Markus Kohl, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg, die der Polizeiwache Konz übergeordnet ist, hat einen Plan entwickelt, trotz der widrigen Rahmenbedingungen mehr Präsenz in Konz zu zeigen: "Wenn ich nicht mehr Personal nach Konz geben kann, nehme ich den vorhandenen Beamten eben Arbeit ab."
Die Konzer Wache konzentriert sich künftig hauptsächlich auf das Gebiet der Stadt Konz. Zu Einsätzen in entfernte Orte der Verbandsgemeinde (VG) Konz - wie Nittel oder Wawern - rücken dann die Kollegen aus Saarburg aus. Das machen sie ohnehin, wenn die Wache in der Konzer Granastraße nachts und an Wochenenden geschlossen ist.
Mit den geschaffenen personellen Freiräumen soll der Leiter der Polizeiwache in Konz, Armin Görgen, das Sicherheitsgefühl der Konzer weiter verbessern. "Wir wollen die Außentätigkeit verstärken. Die allgemeine Wahrnehmbarkeit der Polizei soll vergrößert werden", sagt der Hauptkommissar. Von den drei neuen Bezirksbeamten (siehe Extra) kümmern sich zwei gezielt um die Stadt. So konzentriert sich Oberkommissar Norbert Buchholz auf die Innenstadt, das Schulzentrum, Berendsborn und Roscheid.
Stadt will eigene Inspektion


Die Termine dort werden der neue Bezirksbeamte für Karthaus, Jörg Sieren, und Markus Schommer vom Ordnungsamt der Stadt Konz wahrnehmen. Der dritte Beamte kümmert sich von Saarburg aus um die Ortsgemeinden in der VG. Die Beamten sollen direkte Ansprechpartner für alle Bürger sein, nicht nur, wenn es um kriminelle Delikte gehe. Die Männer seien erfahrene Polizeibeamte. "Alles gewachsene Schutzmänner", betont Kohl.
Görgen und Kohl haben aber noch mehr vor. In Karthaus soll es eine regelmäßige Bürgersprechstunde geben. "Viele Menschen scheuen sich davor, in die Dienststelle zu gehen", sagt Görgen. "Deshalb kommen wir nun zu ihnen. Bei der Sprechstunde im Kloster Karthaus wollen wir die Menschen in erster Linie beraten. Aber wir nehmen auch Strafanzeigen auf." Der neue Bezirksbeamte für Karthaus, Jörg Sieren, wird bei diesen Terminen dabei sein.
Auch die Aufstockung der Wache in Konz von elf auf 13 Mann sei weiter ein Anliegen der VG, sagt Frieden: "Wir haben dafür eine schriftliche Zusage vom ehemaligen Innenminister Karl Peter Bruch." Mit dem zusätzlichen Personal könne die Polizei die Öffnungszeiten der Wache verlängern - so lange, bis Konz endlich die langersehnte eigene Polizeininspektion bekomme.Meinung

Sinnvoller Schritt für die Stadt Konz
Es ist sinnvoll, eine Stadt mit fast 20 000 Einwohnern möglichst gut mit Sicherheitskräften zu versorgen. Gerade der Fakt, dass die Stadt Konz innerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Polizeiinspektion Saarburg ein Kriminalitätsschwerpunkt ist, macht die Entscheidung, den Beamten in Konz mehr Freiräume zu geben, umso logischer. Die Zuständigkeit der Konzer Wache auf den Stadtbereich zu konzentrieren, ist ebenfalls richtig. Auch dass Bezirksbeamte klar definierte Einsatzgebiete und Aufgabenbereiche haben, ist begrüßenswert. Es gilt: Je besser die Polizisten "ihr Viertel" kennen, desto schneller und effizienter können sie vorgehen. Jetzt fehlt den Konzern nur noch die Aufstockung zu einer eigenen Polizeiinspektion, deren Einrichtung überfällig ist. Hier müssen sie auf die Entscheidung des Ministeriums hoffen. c.kremer@volksfreund.deHintergrund

Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier gibt es 14 Polizeiinspektionen (PI). Diese sind den beiden Polizeidirektionen (Trier und Wittlich) unterstellt und rund um die Uhr geöffnet. Eine Polizeiwache hat hingegen in der Regel nur tagsüber geöffnet. Für das Jahr 2014 ist die Einrichtung einer zweiten Polizeiinspektion in der Stadt Trier geplant. Statt diese in Trier-Süd einzurichten, schlug der Konzer Stadtrat im Jahr 2008 den Standort Bahnhof Karthaus vor. Eine Entscheidung dazu soll am 27. Oktober gefällt werden. senDie Bezirksbeamten

Jörg Sieren (45), Oberkommissar. Zuständig für Kar-thaus, Könen, Filzen-Hamm und Konzer Tälchen; Norbert Buchholz (53), Oberkommissar. Zuständig für die Kernstadt Konz, das Schulzentrum, Berendsborn und Roscheid; Anton Perius (50), Oberkommissar. Zuständig für die Gemeinden in der VG Konz wie Wiltingen, Wawern, Kanzem, Tawern, Obermosel. sen