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Polizeieinsatz in Konzer Realschule

Polizeieinsatz in Konzer Realschule

Ein Jugendlicher ist am Dienstag mit einer Waffe in der Konzer Realschule aufgefallen. Die Schulleitung alarmierte die Polizei. Nun soll unter anderem ein Kriseninterventionsteam über die Konsequenzen beraten.

Ein 15-jähriger Schüler hat am Dienstag einen Polizeieinsatz in der Konzer Realschule verursacht. Entsprechende Informationen des Trierischen Volksfreunds hat die Polizei am Freitag auf Anfrage bestätigt. Der Schüler habe in der Klasse eine Waffe "gezeigt". Um welche Waffe und ob es sich um eine Bedrohungssituation gehandelt hat, wollte Armin Wacht, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Saarburg, nicht sagen.

"Das sind Details aus dem laufenden Ermittlungsverfahren", erklärte der Polizist. Lutwin Ollinger, Sprecher des Schulelternbeirats, betonte: "Für Kinder und Lehrer hat zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden." Nach Angaben Wachts waren Polizeibeamte der Saarburger Inspektion und der Konzer Wache im Einsatz. "Die Polizei ist durch die Schulleitung informiert worden", erläutert Rektorin Gabriele Schmidt. Die Polizeiaktion sei ruhig abgelaufen, es habe keine Aufregungen gegeben. Ihr Fazit: "Wir haben richtig und sofort reagiert."

Konkrete Ansätze noch nicht bekannt



Zu den Reaktionen gehört auch die Bildung eines Kriseninterventionsteams aus Vertretern der Polizei, der Schule, der Elternschaft, dem schulpsychologischen Dienst und dem Jugendamt. In diesem Gremium wird laut Wacht über die möglichen Konsequenzen aus dem Vorfall beraten. Details zu konkreten Folgen wurden bislang nicht bekannt. Elternsprecher Ollinger: "Wir werden uns nächste Woche noch mal treffen." Vielleicht seien danach konkrete Ergebnisse spruchreif. "Alle sind daran interessiert, dem Jugendlichen zu helfen", erläutert Polizist Wacht. Ein Punkt sei dabei auch die zurückhaltende Informationspolitik der Polizei. Die Beamten wollten die Persönlichkeitsrechte des Jungen schützen.

Die Eltern der Schüler sind durch einen Brief über "den Vorfall" informiert worden. Konkrete Hinweise auf die Art des Ereignisses sind nach TV-Informationen darin nicht enthalten. Es wird aber darauf hingewiesen, dass weiterhin ein "Höchstmaß an Sicherheit für die Schüler gewährleistet" sei.

Auch Günter Grimbach, stellvertretender Elternsprecher, betont: "Ein Sicherheitsproblem sehe ich für unsere Kinder nicht." Unter den Eltern habe es keine panikartigen Reaktionen gegeben. "Dazu hat es auch zu keiner Zeit einen Anlass gegeben." Die Schulleitung habe souverän reagiert und alles im Griff. Eins steht trotz allem fest: Nach Angaben Wachts wird gegen den 15-Jährigen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Meinung : Falsche Geheimniskrämerei
Bei dem Vorfall an der Konzer Realschule haben die Verantwortlichen offenbar schnell und besonnen reagiert. Dafür verdienen sie Lob. In einem wichtigen Teil des Krisenmanagements lagen sie allerdings völlig daneben: bei der Informationspolitik. Schulleitung und Polizei handelten nach einer Maxime, die seit Jahrzehnten überwunden schien. Die Öffentlichkeit informierten sie erst gar nicht und selbst auf Nachfrage aufreizend spärlich. Der unvermeidliche Elternbrief wurde dazu genutzt, alle in Sicherheit zu wiegen, und trotz nur vager Formulierungen nicht als öffentliche Informationsquelle zur Verfügung gestellt. Die angebliche Rücksicht auf den 15-Jährigen ist vorgeschoben. Schüler, Eltern und Öffentlichkeit haben ein Recht darauf zu erfahren, was passiert ist und was nicht. Alles andere löst unnötige Spekulationen aus, die dem Jugendlichen ganz sicher nicht helfen. m.hormes@volksfreund.de