Porta Familia Internetportal für die Region Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Wirtschaft : Konzerin gründet Familienportal – und gewinnt Wettbewerb

Kasia Vogel-Oulaid hat ein Startup-Unternehmen gegründet. Mit ihrem Online-Familienportal möchte sie kinderfreundliche Unternehmen, Vereine und Institutionen Vätern und Müttern näherbringen. Bei einem Wettbewerb hat sie einen Büroplatz in Trier gewonnen.

Kasia Vogel-Oulaid hat es sich getraut. Sie hat etwas getan, von dem einige Menschen träumen, es aber nicht wagen. Die 37-Jährige hat ihren sicheren Job als Angestellte in Luxemburg gekündigt und setzt nun ihre eigene Idee in einem Start-up-Unternehmen um: Sie hat mit Porta Familia ein Internet-Service-Portal für Familien entwickelt, das einen sozialen Ansatz pflegt.

Eltern sollen dort alle Informationen für den Alltag finden. Vogel-Oulaid will ein Branchenbuch für Vereine, öffentliche Institutionen und Firmen aus der Region schaffen, die dort zeigen können, was sie für Familien zu bieten haben. Es werde einen Stellenmarkt und eine regionale Plattform für E-Commerce geben. Porta Familia wende sich abseits von Facebook, Ebay, Amazon oder anderen großen Internetportalen an regionale Nutzer. Laut Vogel-Oulaid arbeitet das Portal zwischen sozialer Ausrichtung – gemeinnützige Vereine und Institutionen dürfen sich kostenlos eintragen – und Kommerz. Denn Firmen sollen bald bezahlen für ihren Eintrag.

Beim Start-up-Wochenende des Medien- und IT-Netzwerks Trier-Luxemburg hat Vogel-Oulaid im November einen von drei Preisen gewonnen: einen kostenlosen Arbeitsplatz im Coworkingspace Zwo65 auf dem Trierer Petrisberg. Im Gespräch mit dem TV erklärt die gebürtige Polin, die seit 2003 in der Region lebt, ihre Motive: „Die Leute sollen wissen, was es gibt in der Region.“ Und: „Ich will Firmen dazu anregen, dass sie anders mit Familien kommunizieren.“ Unternehmen sollen, geht es nach Kasia Vogel-Oulaid, selbstbewusst mit dem hausieren, was sie für Familien anbieten.

Ein Beispiel hat sie kürzlich als Video veröffentlicht: Darin stellt sie einen Besuch in einer Autowerkstatt nach, den sie selbst mit ihren Kindern erlebt hat. Während des Aufenthalts waren Vogel-Oulaids dreijährige Tochter und ihr fünfjähriger Sohn in der Spielecke beschäftigt. Die Mutter konnte so ihre Alltagsaufgabe erledigen, ohne dass Kinder dazwischenfunken, weil sie Unterhaltung suchen. Genau solche Angebote seien meist nicht bekannt, deshalb wolle sie sie mit dem Portal bekannter machen.

 Die 37-Jährige sagt:  „Die Idee ist, dass es regional bleibt.“ Noch sei das Portal nicht fertig, aber ihr schwebt vor, dass es regionales Netzwerken ermöglicht: Vom kleinen Kleiderbasar bis zur großen familienfreundlichen Firma soll dort alles zu finden sein, vom Tagesmutterangebot bis zum Angebot für den Nachbarn den rasen zu mähen. Es soll auch eine Art digitale Pinnwand für Schülerjobs und ähnliches haben, ähnlich der Pinnwände mit Jobangeboten und ähnlichem in Supermärkten.

Besonderen Wert legt Vogel-Oulaid auf Mehrsprachigkeit. Die Inhalte auf ihrer Seite können mit Hilfe einer Software in sechs Sprachen übersetzt werden (Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Arabisch und Polnisch). Auf Sprachkenntnisse hinzuweisen sei auch für Unternehmen wichtig – gerade in einer internationalen Region wie rings um Trier. Da spiele es schon eine Rolle, ob ein Dienstleister Französisch-, Arabisch- oder Polnischkenntnisse mitbringe.

Sie selbst hat in Konz-Könen zweite Heimat gefunden. Ihren Mann, einen 40-jährigen Marokkaner, hat sie in Trier beim Studieren kennengelernt. Seit sieben Jahren leben die beiden in Könen. „Wir haben uns hier als Ausländer super empfangen gefühlt“, sagt Kasia Vogel-Oulaid. Inzwischen ist sie im  Förderverein für die Kita und ihr Mann Bambini-Trainer beim FC Könen. Mit dem Internet hatte im Studium nichts zu tun. Ihre Fächer waren Spanisch, BWL und Deutsch als Fremdsprache. Erst danach, im Personalbereich einer Firma in Luxemburg hat sie digitale Erfahrungen gesammelt.

Mit dem Schritt zur Selbstständigkeit folgt die Polin einer Familientradition. „Meine ganze Familie in Polen ist selbstständig“, sagt sie. „Ich war die einzige, die lange Zeit angestellt war.“ Noch ist sie eine Einzelunternehmerin. Künftig will sie mit Porta Familia eine gemeinnützige GmbH gründen.