Prädikat: besonders wertvoll

Der Tourismus ist für die Verbandsgemeinde Kell am See ein noch wichtigerer Wirtschaftsfaktor, als ohnehin schon vermutet. Das ist für Bürgermeister Werner Angsten die entscheidende Erkenntnis aus der regionalen Fremdenverkehrsstudie der Industrie- und Handelskammern (IHK). In der VG Kell wird durch Urlauber eine jährliche Wertschöpfung von 10,6 Millionen Euro erzielt.

Kell am See. Vor einigen Wochen haben Forscher der Uni Trier bemerkenswerte Zahlen auf den Tisch gelegt. Sie hatten im Auftrag der IHK Trier, Koblenz und Saarland den Fremdenverkehr im Hunsrück und an der Nahe mit besonderem Blick auf seine wirtschaftlichen Effekte unter die Lupe genommen. Demnach haben dort 900 000 Gäste im Jahr 2007 circa 980 Millionen Euro ausgegeben und damit 26 000 Arbeitsplätze gesichert (der TV berichtete). Die Forscher haben daraus eine jährliche Wertschöpfung von 447 Millionen Euro errechnet.

Hochwald ist Ferienland



Die Ergebnisse der Studie sind vor allem in der VG Kell am See auf besonderes Interesse gestoßen. Sie ist bekanntlich wegen des Landal-Feriendorfs am Stausee seit vielen Jahren der größte Urlaubermagnet im Hochwald. Denn von den insgesamt 294 500 Übernachtungen, die die Studie in den drei zum Kreis Trier-Saarburg gehörenden Hochwald-VG (Kell, Hermeskeil, Höhendörfer der VG Ruwer) ermittelt hat, entfallen allein 240 000 auf Kell.

Die Aussage von Werner Angsten, (CDU), "dass der Fremdenvekehr ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist und wir maßgeblich von ihm profitieren", ist zwar sicher nicht neu. Der Bürgermeister kann sie nun aber durch die IHK-Studie mit handfesten Zahlen untermauern. Wenn ein Übernachtungsgast statistisch pro Tag 79 Euro ausgibt, dann wird allein durch die Urlauber, die in der VG Kell ihr Quartier aufschlagen, ein Nettoumsatz von 16,8 Millionen Euro erzielt. Davon profitieren auch die Nachbar-VG, die von diesen Touristen als Ausflugsziele angesteuert werden. Hinzu kommen die Ausgaben von Tagesgästen, die die VG Kell besuchen, im Schnitt 29 Euro ausgeben und statistisch einen zusätzlichen Umsatz von über zehn Millionen Euro bringen. Davon fließen 83 Prozent in den Einzelhandel, 17 Prozent in die Gastronomie.

Aushängeschild: Saar-Hunsrück-Steig



Laut Angsten kann konkret auf die VG Kell bezogen von einer jährlichen Werztschöpfung von 10,6 Millionen Euro ausgegangen werden. "Diese neuesten Zahlen belegen, dass die wirschaftlichen Effekte durch den Tourismus wichtiger sind, als bisher vermutet", sagt der Bürgermeister, der zugleich Vorsitzender des Vereins "Hochwald-Ferienland" ist. Er sieht sich deshalb darin bestätigt, dass die öffentliche Hand in der Region in den zurückliegenden Jahren in Vorlage gegangen ist und viel Geld für Projekte wie den Ruwer-Hochwald-Radweg oder den Saar-Hunsrück-Steig ausgegeben hat. "Gerade diese deutschlandweit anerkannten Highlights beweisen, dass mit den Investitionen unmittelbar die Gäste kommen", sagt Angsten. Die nächsten Schritte liegen deshalb für ihn auf der Hand: Mit dem Ausbau des Radwegenetzes und den sogenannten Traumschleifen für Wanderer sollen auch die Dörfer in der VG Kell in die "Erfolgsgeschichte integriert werden", die nicht direkt an den Trassen der zwei neuen touristischen Attraktionen liegen.

Mit Blick auf den Steig und den Radweg ist dem Bürgermeister wichtig: "Sie verschaffen nicht nur den Gästen, sondern auch der einheimischen Bevölkerung einen freizeitrelevanten Mehrwert und beeinflussen somit auch die Wohnqualität unserer VG im positiven Sinn."