Präparierter Köder im Garten: Serriger Hundebesitzer stellt Strafanzeige gegen unbekannt

Präparierter Köder im Garten: Serriger Hundebesitzer stellt Strafanzeige gegen unbekannt

Noch ist nicht sicher, ob es ein Giftköder war, den ein Serriger in seinem Garten gefunden hat (der TV berichtete am 30. Oktober). Die Polizei untersucht das präparierte Wurststück. Derweil haben sich weitere Tierbesitzer gemeldet, die ähnliche Funde gemacht haben.

Foto: Wilfried Hoffmann (h_sab )
Foto: Wilfried Hoffmann (h_sab )

Serrig. Wilfried Hoffmann war geschockt, als er sich am Mittwochmorgen anschaute, was seine Mischlingshündin Maya da im eingezäunten Garten gefunden hatte: ein präparierter Wurstköder. Gerade hatte er noch verhindern können, dass das Tier das etwa sechs Zentimeter lange Stück Fleischwurst verspeiste.
Der Präparator hatte einigen Aufwand betrieben. Aus der Wurstmitte hatte er ein Stück herausgeschnitten, den Kern mit grünlicher Paste bestrichen und dann das ausgeschnittene Wurststück wieder eingesetzt.
Hoffmann glaubte sofort, einen Giftköder vor sich zu haben. Seine Reaktion: "Das kann nicht wahr sein! Maya ist ein treues und braves Tier. Ich habe sie jetzt seit 15 Jahren, und mit den Nachbarn gab es noch nie Probleme!" Der Serriger handelte. Er packte das Wurststück in eine Plastikfolie ein, brachte es zur Polizei und erstattete Anzeige.
Vor einem halben Jahr seien solche Köder in Serrig schon mal aufgetaucht, sagt Hoffmann. Damals sei allerdings niemand zur Polizei gegangen. Den Köder, den Hoffmann nun den Ordnungshütern gegeben hat, haben die Beamten zur chemischen Untersuchung nach Mainz geschickt. Weitere Fälle von präparierten Wurststücken wurden der Polizei aktuell nicht gemeldet.
Allerdings erhielt Hoffmann, nachdem er auf der Internetplattform Facebook ein Foto mit Erklärung zu seinem Fund veröffentlicht hatte, Hinweise auf ähnliche Vorkommnisse. So meldete Tanja Fischer, ebenfalls aus Serrig, dass sie ihre Katze vor zwei Wochen mit einem ähnlich großen Fleischwurststück im Maul im Garten angetroffen hatte. Auf TV-Nachfrage sagt sie: "Ich habe ihr das Stück sofort weggenommen und bin natürlich angefaucht worden." Doch habe sie sich nicht viel dabei gedacht und habe das Wurststück weggeworfen, ohne es genauer zu untersuchen. Nur dass es säuberlich abgeschnitten war, weiß sie noch. Fischer: "Als ich dann von dem Fund bei Wilfried Hoffmann gelesen habe, dachte ich: ach du meine Güte!" Sie sei froh, dass sie im richtigen Moment draußen gewesen sei, zumal auch ihr Kleinkind im Garten spiele.
Randolf Neidinger aus Taben-Rodt hat auf Facebook ebenfalls von seltsamen Funden vor just zwei Wochen berichtet. Er sagt: "Da lagen an einem Trampelpfad von Taben-Rodt nach Hamm alle 200 Meter Fleischstückchen. Sie waren schön abgeschnitten und angedrückt." Auch er hat sich nicht viel dabei gedacht und die Teile mit dem Fuß weggeschoben. Nun wird ihm ein wenig bang, wenn er an seine freilaufende Katze und die Tiere in der Nachbarschaft denkt. Den Pfad würden auch Hundebesitzer nutzen.
Die Polizei bittet um weitere Hinweise in dieser Sache, Telefon 06581/91550.

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