"Projekt 2020"

KONZ. "Projekt 2020" heißt das Vorhaben, nach dem sich die katholische Kirche im Bistum Trier neu organisieren will, um sich den geänderten, von allgemeinem Mitgliederrückgang und Priestermangel sowie wirtschaftlich geprägten Anforderungen stellen zu können. Die geplante Neu-Organisation wird auch im Dekanat Konz-Saarburg ihre Auswirkungen haben.

Wird das vom Trierer Bischof Reinhard Marx mit konkreten Vorgaben angestoßene und "nach intensiven Beratungen auf der Ebene der Pfarreien/Pfarreiengemeinschaften, der Dekanate und des Bistums" erarbeitete Projekt Realität, dann wird es im Bereich des Dekanats Konz-Saarburg statt der bisher 33 Pfarreien nur noch sechs pastorale "Einheiten" geben. Der Zeitraum für die Neugestaltung reicht bis 2011. Umgestellt werden soll nicht sukzessiv, sondern zu einem noch festzulegenden Datum "auf einen Schlag". Im Bereich Konz-Oberemmel hat man sich für das Modell "Pfarreiengemeinschaft" entschieden. Hauptgrund: Die Pfarreien sind geschichtlich gewachsen, sie aufzulösen und in einer einzigen Pfarrei zusammen zu fassen, hält man im Bistum und auch in den betroffenen Pfarreien für unglücklich. Unentschieden ist der Verbleib der Pfarrei St. Bartholomäus in Ayl. Die Ayler würden gern unter das Saarburger Dach schlüpfen, doch in Saarburg steht man dieser Lösung eher zurückhaltend gegenüber, obwohl Kenner davon überzeugt sind, dass Ayl nicht nur geografisch, sondern auch aufgrund zahlreicher gewachsener wirtschaftlicher und familiärer Bande eher zu Saarburg passe.Oberemmel favorisiert "Pfarreiengemeinschaft"

Zur Pfarreiengemeinschaft Konz-Oberemmel (St. Briktius) sollen künftig die Pfarreien St. Briktius selber mit 1623 Gläubigen, St. Marien in Kanzem (442), St. Ursula in Konz-Krettnach (1368), St. Antonius in Pellingen (1164), St. Sebastian in Wawern (510) und St. Martin in Wiltingen (1179) gehören. Noch keine Entscheidung ist zum Sitz der Pfarrei gefallen. In Wiltingen plädieren nicht wenige katholische Gläubige dafür, als Sitz der künftigen Pfarreiengemeinschaft ihr Dorf zu bestimmen, ein Anliegen, das von den Oberemmeler Glaubensschwestern und -brüdern eher nicht unterstützt wird. In dieser Konkurrenz spielen gewiss nicht nur die in den jährlichen Büttenreden zelebrierten Animositäten zwischen den beiden Orten eine gewichtige Rolle. Wie die Entscheidung auch immer ausfällt, fest steht, dass die von Bischof Marx angeregte und eingeforderte Neuordnung zwingend notwendig ist - aus demografischen, aus ökonomischen und aus seelsorgerischen Gründen. Die kleine, gemütlich-überschaubare Pfarrei mit einem Pastor und mindestens einem Kaplan gibt es schon lange nicht mehr, und der Pastor, der heute noch die viel zitierte Kirchturmpolitik betreibt, ist fehl am Platz; zu sehr sind die politischen Gemeinden neu gefasst und wirtschaftlich ineinander und miteinander verzahnt. Der Oberemmeler Pastor Peter Klauer (St. Briktius) sieht in der von Bischof Marx initiierten Neu-Organisation einen "wichtigen Schritt, um den neuen Anforderungen gerecht werden zu können".

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