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Projekt „Ein Land pflanzt Zukunft“ in Trassem

Natur : Weg von toten Bäumen hin zu einem gesunden Wald

Familien helfen beim Projekt „Ein Land pflanzt Zukunft“ am Walderlebniszentrum Trassem beim Pflanzen von Bäumen – und lernen dabei viel über Klimaschutz.

„Das ist eine praktische Gelegenheit, Nachhaltigkeit zu lernen“, beschreibt Birgit Engel aus Trassem ihre Motivation, auf 2600 Quadratmetern beim Walderlebniszentrum mit ihren Kindern Nele (10) und Lea (3) beim Pflanzen von Bäumen zu helfen. Nele weiß: „Die Waldtiere bekommen hier ihren Lebensraum zurück.“ Alle 90 Minuten hat Dietmar Schwarz vom Forstamt Saarburg eine andere Familie zu Gast, denn: „Wegen Corona geht das alles nur in Kleingruppen.“ Projektträger der Idee „Ein Land pflanzt Zukunft am Walderlebniszentrum“ ist die Deutsche Waldjugend, Falkenhorst Trassem, mit 61 Mitgliedern von sieben bis 53 Jahren, unterstützt durch das Forstamt, Privatfirmen und eine große deutsche Baumarktkette.

Das Nadelholz auf der inzwischen eingezäunten Fläche hatte im wahrsten Sinne einen schweren Stand. „Die Fichten hatten vor acht Monaten schon keine Nadeln mehr“, erklärt Schwarz, warum hier ein Beispiel zukunftsfähigen Waldes entstehen soll. Den Flachwurzlern stand nur eine dünne Humusschicht Waldboden zu Verfügung. Darunter ist fester Sandsteinfels auf dem früheren Kartoffelacker. Drei Extremsommer und der Borkenkäfer machten ihnen den Garaus. „Die 350 Bäume hatten unter diesen Bedingungen keine Chance, sich mit Harz zu wehren“, sagt Schwarz.

Das soll jetzt anders werden. Aus einem toten Wald soll nach dem Fällen ein Wald der Zukunft werden. Die Eigentümer konnten überzeugt werden, das Waldstück zu verkaufen. Forstunternehmer Neises aus Kastel-Staadt und Landschaftsbauer Thorsten Brittnacher aus Meurich spendeten den Einsatz ihrer Maschinen wie Harvester und Großhäcksler. Die Hackschnitzel wurden wieder als Nährstoffquelle auf die Fläche ausgebracht. „Wir wollen hier unbedingt den Chemieeinsatz gegen Schädlinge und hungriges Wild vermeiden“, erklärt Schwarz, warum ein Zaun so wichtig ist. Mit Unterstützung eines großen deutschen Baumarktes, der eine Million Bäume bis 2022 pflanzen will, konnte das Projekt gestemmt werden. Rund 1000 Jungbäume können nun auf der Fläche wachsen. Ausgesucht wurden dem wärmeren Klima angepasste Arten wie die Esskastanie aus dem mediterranen Raum, die Roteiche aus Nordamerika und die Baumhasel aus der Türkei. „Die Bäume müssen Trockenstress vertragen“, sagt Schwarz.

Nach rund zehn Jahren sind die Bäume groß genug, dass der Zaun wieder abgebaut werden kann. „Für junge Menschen ist das Pflanzen eines Baumes ein Erlebnis, an das man sich Zeit seines Lebens erinnern wird“, kann Dietmar Schwarz aus seinem eigenen familiären Umfeld bestätigen. Am Walderlebniszentrum Trassem wächst ein Stück Zukunft, in der das Klima ein bisschen weniger extrem werden soll.