Projekte für eine schönere Innenstadt: Hermeskeiler wollen Stadtkümmerer

Kostenpflichtiger Inhalt: Projekte für eine schönere Innenstadt : Hermeskeiler wollen Stadtkümmerer

Viel Geld fließt bald aus einem Förderprogramm für eine attraktivere Innenstadt nach Hermeskeil. Abseits der öffentlichen Projekte, die der Stadtrat bald festlegt, sollen auch die Bürger anpacken. Ideen dazu tauschten am Montag 80 Interessierte in der Hochwaldhalle aus.

Wie soll sich die Hermeskeiler Innenstadt verändern? Was lässt sich verbessern bei Stadtbild, Verkehrsführung und Aufenthaltsqualität? Darüber haben sich bei Workshops im April viele Bürger Gedanken gemacht und gemeinsam mit dem Planungsbüro Stadtgespräch Vorschläge gesammelt. Am Montagabend in der Hochwaldhalle hatten sie erneut die Chance, ihre Meinung einzubringen.

„Wir wollen wissen, ob Sie noch weiteren Input für uns haben“, erklärte Stadtplanerin Julia Kaiser den etwa 80 interessierten Zuhörern. Aus dem Förderprogramm Stadtumbau, erläuterte sie, flössen zehn Jahre lang mehrere Millionen Euro an Zuschüssen von Bund und Land nach Hermeskeil. Neben der finanziellen Unterstützung privater Sanierungsprojekte könne die Stadt für kommunale Projekte jeweils mit einer 75-prozentigen Förderung rechnen.

Die im Mai gesammelten Projekte hat das Büro inzwischen zu einem Katalog geordnet, der kommenden Dienstag dem Stadtrat vorgestellt wird. Darin stehen an erster Stelle die Neugestaltung des Donatusplatzes sowie als weitere Schwerpunkte ein neues Gesicht für die Fußgängerzone, den Neuen Markt und die Kunickerstraße. Die Barrierefreiheit in der Innenstadt soll verbessert werden, außerdem sind ein Radwegekonzept für Hermeskeil, eine Gestaltungsfibel für private Sanierungen, ein besseres Parkleitsystem, ein Beleuchtungskonzept und der Ankauf von Grundstücken geplant, die die Stadt entwickeln will. „Das alles packen wir ins Konzept fürs Förderprogramm“, resümierte Kaiser. „Es gab aber auch Ideen für kleinere Dinge, die aus unserer Sicht trotzdem wichtig wären. Da hoffen wir auf Sie.“

Drei mögliche Bürgerprojekte habe sie mit der Stadtbürgermeisterin Lena Weber ausgewählt: das Etablieren einer neuen Veranstaltung, die Möblierung der Innenstadt und den Einsatz von Stadtkümmerern. Dazu bat Kaiser die Anwesenden, sich weitere Gedanken zu machen und auf Listen gleich mit einzutragen, ob sie bei der Umsetzung anpacken wollen. Verteilt wurden zudem Klebepunkte. Damit markierten die Teilnehmer an Stellwänden, welche Vorschläge zu den drei Projekten ihnen am wichtigsten sind.

Beim Thema Stadtkümmerer kristallisierte sich heraus, dass diese sich besonders um die Kartierung von Leerständen und deren mögliche Reaktivierung kümmern sollten. „Es wäre schön, wenn sich dafür eine informelle Gruppe zusammenfinden würde“, appellierte Kaiser. Diese könne auch die Stadtentwicklung begleiten, ein Bindeglied zwischen Bürgern, Planern und Verwaltung sein und bei der Umsetzung von Bürgerprojekten helfen. Fünf Namen standen am Ende des Abends auf der Mitmachliste potenzieller Kümmerer, darunter der von Arnold Eiden, ehemaliger Leiter der Hermeskeiler Straßenmeisterei: „Ich bringe gewisse Fachkenntnisse mit, und die Zeit hätte ich jetzt im Ruhestand auch“, sagte Eiden dem TV. Als weitere Ideen notierten die Teilnehmer, ob vielleicht jeder Verein einen solchen Stadtkümmerer „abstellen“ könne und ob sich die Gruppe auch um die Integration von Neubürgern bemühen könne.

Viele Vorschläge gab es zum neuen Event für Hermeskeil. Besonders beliebt waren die Vorschläge für eine Rock- oder Schlagernacht und für eine musikalische Sommerbühne. Die Idee Stadtolympiade fiel durch. Größere Zustimmung gab es für eine überregionale Sportveranstaltung, ein Römerfest, mögliche Kartoffeltage und Open-Air-Kino. Weitere Ideen: Flohmärkte, Street Food Festival, Repair-Cafés, eine Kultursommerreihe oder die Rückkehr der Hermeskeiler Mülltonnen-WM. Beim Punkt Stadtmöblierung plädierten die Bürger dafür, alles Vorhandene an Bänken und Mülleimern zu erfassen und eine einheitliche Ausstattung der Stadt mit Wiedererkennungswert zu schaffen. Zusätzlich soll es Spender für Hundekottüten geben. Weitere Anregungen: Fotopunkte, ein Stadtrundgang mit Infotafeln, Möbel im „Römer-Stil“ und Bank-Patenschaften.

Nach der Vorstellung am Dienstag, 22. Oktober, im Stadtrat soll über die kommunalen Projekte laut Planerin möglichst Anfang 2020 abgestimmt werden. Die Bürgerprojekte könnten aber schon früher starten.

Mehr von Volksfreund