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Projektentwickler will 100 Millionen Euro in ehemaliges Militärgelände in Saarburg investieren

Stadtentwicklung : Millionen-Investition: Planung für die Saarburger Kaserne wird konkret (Video)

Der Projektentwickler BPD will 100 Millionen Euro in das ehemalige Militärgelände in Saarburg investieren. Geplant ist ein Wohngebiet mit unterschiedlichen Wohnformen, Quartiersplätzen, viel Grün und wenig Verkehr.

Vor neun Jahren hat die französische Garnison Saarburg verlassen. Nun kommt nach einer Reihe anderer Konversionsprojekte das letzte und auch größte Vorhaben an die Reihe: das Gelände der ehemaligen Kaserne de Lattre im Stadtteil Beurig. Dort wurden bereits ein Edeka und ein Schulungszentrum eröffnet, in einem weiteren Block entstehen Wohnungen. Darüber hinaus hat die Stadt einen Teil des Geländes für private Bauherren vorgesehen. Die Bauplätze wird sie zu gegebener Zeit verkaufen. Doch der Großteil des 25,5 Hektar großen Areals liegt noch brach. Er soll zum hochwertigen Wohngebiet umgestaltet werden.

Die Bauleitplanung mit verschiedengestaltigen Häusern und viel Grün wurde 2017 zusammen mit den benachbart geplanten „Gärten von Saarburg“ – einem dauerhaften Ausstellungsgelände für Gartenkultur –  ins Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus übernommen. Gefördert wurde dies in einer ersten Tranche mit 430 000 Euro.

Nun hat Bürgermeister Jürgen Dixius in einer Pressekonferenz zusammen mit  Projektentwicklunsgesellschaft BPD (siehe Info) vorgestellt, wie es weitergeht auf dem ehemaligen Militärgelände, das Terrassen von Saarburg genannt wird. BPD hat einen Teil des Geländes gekauft und wird in zwei Abschnitten rund 100.000 Quadratmeter Fläche entwickeln.

Zentral ist ein Grünzug mit einem Wasserband, das sich bis zum sogenannten Küchenhaus der Franzosen im Osten des Geländes hinzieht. Im Küchenhaus soll Gastronomie untergebracht werden und der Grünzug soll Freizeitmöglichkeiten bieten. Spielgeräte für Kinder, Sitzgruppen und auch Aktivitätsbereiche für Senioren sind dort geplant.

Auch zwischen den Häusern soll es viel Grün geben und auch Plätze, an denen sich die Menschen treffen können. Ingo Schilling, BPD-Niederlassungsleiter von Frankfurt sagte: „Es soll ein lebendiger Raum entstehen, die Menschen sollen sich dort wohlfühlen.“ Sein Vorgänger Stefan Messemer erläuterte, dass ein breites Spektrum von Wohnformen geplant sei: einzelstehende Häuser, Reihenhäuser Doppelhäuser und auch Wohnungsgeschossbau mit Tiefgaragen.

Projektentwickler will 100 Millionen Euro in ehemaliges Militärgelände in Saarburg investieren

350 Wohneinheiten will BPD auf dem einstigen Kasernengelände bauen. „Auf dem gesamten Gelände wird Wohnraum für mehr als 1000 Menschen entstehen“, sagte der Bürgermeister, der daran erinnerte, dass die Saarburger Einwohnerzahl seit geraumer Zeit um ein Prozent pro Jahr wächst. Alles in allem wird der Projektentwickler laut Schilling 100 Millionen Euro in das Saarburger Kasernengelände, das er auch erschließt, investieren. „Die Qualität der Architektur spielt für BPD eine große Rolle. Wir wollen zeitlose Qualität“, sagte Schilling. Messemer ergänzte: „Wir machen keine Schubladenarchitektur, an jedem Ort wird neu geplant.“ BPD arbeite dafür mit externen Architekten zusammen.

Dixius wies darauf hin, dass die Architektur und die Freiflächengestaltung die Punkte waren, die die Gremiumsmitglieder dazu bewogen hätten, sich für BPD zu entscheiden. Die Stadt und die Bauausschussmitglieder seien in vielen Städten unterwegs gewesen, um sich Projekte anzuschauen. Daraufhin hätten sie sich für BPD entschieden und Verhandlungen mit dem Unternehmen aufgenommen. 2016 sei der erste Kontakt zu BPD entstanden. In vielen Gesprächen seien die alternativen Wohnbau-Ideen von BPD erörtert und zu einem interessanten städtebaulichen Gesamtkonzept weiterentwickelt worden.

Befürchtungen, BPD plane allein für den großen Geldbeutel, erteilte Messemer eine Absage. „Der ursprüngliche Gründungszweck von BPD ist die Wohnversorgung, wir sind kein Hedgefonds. Wir wollen bezahlbares Wohnen für verschiedene Schichten anbieten.“ Ziel sei es, das Reihenhaus mit einer Fläche von um die 120 Quadratmeter für unter 300.000 Euro anzubieten. Messemer schränkte allerdings ein, dass diese Zahlen aktuell gelten würden, man wisse nicht, wie sich der Markt künftig entwickele.

Der Projektentwickler wird zunächst den nördlichen Teilbereich (29.000 Quadratmeter) mit 220 Wohnungen und 140 Häusern angehen. Derzeit wird der Bebauungsplan dafür bearbeitet. Er soll bis zum Jahresende rechtskräftig sein. BPD-Projektentwickler Horst Künstner rechnet damit, dass die Erschließung Mitte 2020 beginnen kann. Dann soll auch der Vertrieb starten. Interessierte könnten sich registrieren lassen.

Dixius sagte: „Es wird quartiersweise erschlossen. Wir ermöglichen den angrenzenden Gemeinden so auch, ihre Entwicklung fortzusetzen.“ Einen Rundverkehr werde es im Wohngebiet nicht geben, nur Ein- und Ausfahrt und fußläufige Verbindungen seien geplant.