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Prostitution an der B 268: Polizisten vertreiben Sexarbeiterinnen

Prostitution : Kontrollen vertreiben Prostituierte aus Pellingen

Der Ortsgemeinderat Pellingen hat sich mit der Straßenprostitution an der B 268 beschäftigt. Ortsbürgermeister Horst Hoffmann berichtete, dass zurzeit keine Sexarbeiterinnen mehr zu sehen seien. Er schreibt den Erfolg der Polizei zu.

Horst Hoffmann ist froh, dass sich das Thema erledigt hat: Zumindest vorerst sind keine Prostituierten mehr an der B 268 bei Pellingen unterwegs. Somit kommen sie auch nicht mehr zum Kandelburbrunnen. Den Platz an dem Brunnen gestaltet die Ortsgemeinde zurzeit zu einem Rastplatz für Wanderer auf dem Karlskopf-Panoramaweg um. Doch in letzter Zeit haben die Sexarbeiterinnen dort ihre Nächte verbracht und Müll hinterlassen (der TV berichtete). Damit ist nun Schluss.

Hoffmann geht davon aus, dass sich die Frauen und deren Zuhälter wegen verstärkter Polizeikontrollen und verbalen Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und  den Prostituierten sowie ihren männlichen Begleitern zurückgezogen haben. „Als Polizeibeamter weiß ich, dass verstärkte Polizeipräsenz Ergebnisse bringt“, sagt Hoffmann bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats und bedankt sich bei der Polizeiinspektion Saarburg. Die Polizisten hätten den betroffenen Parkplatz an der B 268 in den vergangenen Wochen häufiger angesteuert, um Ausweise zu kontrollieren.

Eine Debatte zum Thema gab es im Ortsgemeinderat nicht. Achim Lutz, der als Vertreter der Verbandsgemeinde Konz an der Sitzung teilnahm, erläuterte die Voraussetzungen, die für die Einrichtung eines Sperrbezirks erfüllt werden müssten. Dazu gehöre unter anderem der Jugendschutz. „Die Entscheidung fällt aber die Kreisverwaltung. Die Verbandsgemeinde kann nur beratend tätig werden“, machte Lutz die Kompetenzverteilung deutlich.

Nach der Diskussion über das für eine Ortsgemeinderatssitzung eher außergewöhnliche Thema beschäftigte sich das Gremium mit dem geplanten Bau von bis zu drei Windkraftanlagen im örtlichen Windpark. Sollte die Genehmigung für den Bau eines Windrades bis zum 11. Juli 2018 erfolgt sein, könnte die Ortsgemeinde hoffentlich noch von den zurzeit recht hohen Preisen, die für die Produktion von Windstrom bezahlt werden, profitieren. „Ab dem 1. Januar 2019 wird der Gesetzgeber vermutlich eine neue, niedrigere Obergrenze für Windstrom festlegen“, erklärte Hoffmann. Die Ortsgemeinde Pellingen ist an der Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) WIPP zusammen mit der VG Konz und dem Landkreis Trier-Saarburg beteiligt. Deshalb bewirbt sie sich zusammen mit der Firma WEAG aus Neumagen-Dhron als möglicher zukünftiger Betreiber der Windkraftanlage an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur. Aufgrund eines veränderten Genehmigungsverfahrens und diverser Umplanungen soll sich Pellingen mit weiteren knapp 25 000 Euro an den um 150 000 Euro gestiegenen Projektierungskosten beteiligen. Nach kurzer Diskussion gab der Ortsgemeinderat einstimmig grünes Licht.

Sollte man jetzt den Zuschlag für die  genehmigungsfähige Windkraftanlage bekommen, könne man sich begründete Hoffnung machen, noch zwei weitere Windräder bauen zu können. Das hätte sehr positive Auswirkungen auf die zukünftige Pellinger Finanzlage.