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Protest gegen Abbau von Notrufsäulen

Protest gegen Abbau von Notrufsäulen

KELL AM SEE. Notrufsäulen könnten bald überflüssig werden. Weil fast jeder Autofahrer ein Handy besitzt, will Rheinland-Pfalz die meisten der Säulen abbauen (der TV berichtete). Der Keller VG-Bürgermeister Werner Angsten sieht darin eine voreilige Maßnahme.

Das Land will die meisten der etwa 270 Notrufsäulen an Bundes- und Landesstraßen abbauen. Nur noch an 50 Standorten sind nach Ansicht der ADD Trier Säulen notwendig. Als Grund wird unter anderem die zunehmende Nutzung von Handys für Notrufe genannt. "Wenn auch der ADAC die Pannenhilfe durch den Abbau von Notrufsäulen nicht gefährdet sieht, so gilt dieses jedoch nicht in der VG Kell am See", so Bürgermeister Angsten in seiner Stellungnahme gegenüber dem TV . Die tatsächlich vorhandene Handy-Dichte in der Bevölkerung könne als rechtfertigender Grund für den Abbau nicht angenommen werden, da in der großflächigen VG Kell mit 163 Quadtratkilometern die Mobilfunknetze nicht wie in den Ballungsgebieten stark ausgebaut sind."Einige Funklöcher müssen noch geschlossen werden. Der Abbau der Notrufsäulen und das mangelhafte Mobilfunknetz führen letztlich zu einem Rückschritt, was die Absetzung von Notrufen angeht. Unter anderem waren schwerste Verkehrsunfälle in den letzten Jahren in der VG Kell am See zu beklagen", kritisiert Angsten. Die Notrufsäulen sollen in Steinbachweier direkt an der B268, bei Vierherrenborn an der B268, in Mandern an der B407/K69 und in Kell am See, an der B407/K 75 abgebaut werden. Wenn nach Auffassung der ADD die Säulen in den Gebieten erhalten werden sollen, in denen die Mobilfunknetze noch nicht so stark ausgebaut sind, dann müssten sie auch in der VG Kell am See erhalten bleiben, argumentiert Angsten. Deshalb habe die Verbandsgemeindeverwaltung in diesem Monat ein Schreiben an die ADD gerichtet. "Notrufsäulen übernehmen eine wichtige Funktion, wenn schnelle Hilfe benötigt wird. Die vorgesehenen Beseitigungen der Notrufsäulen müssen dringend überprüft werden. Inzwischen bestehen Kontakte mit den Mobilnetzbetreibern, eine bessere Auslastung in der VG zu erreichen", sagt Angsten. Ortstermine mit der Telekom seien bereits besprochen worden. Zumindest bis zu der Verbesserung der Mobilfunknetze müsse die derzeitige Situation erhalten bleiben, betont der Verbandsgemeinde-Chef. hel/-agn