Protest gegen Militärwerbung

Zum Bericht "Aktivisten warten vergeblich auf die Bundeswehr" (TV vom 5. März):

Wir begrüßen den Protest gegen den Werbefeldzug der Bundeswehr. Wenn die Bundeswehr diesmal ausgeladen wurde, war es ein doppelt erfolgreicher Protest. Es war übrigens die dritte Protestaktion gegen Militärwerbung an der Berufsbildenden Schule Saarburg. Schön, dass der TV berichtet. Beim vorigen Mal war der Bundeswehr-Infotruck mit Rekrutierern im Schulhof platziert. Karriereberater heißen die Soldaten, die einen Dienst bei der Bundeswehr empfehlen, neuerdings. Es wird mit Geld, Abenteuer, Technik, Ausbildung und "sicherem" Arbeitsplatz geworben und natürlich kein Wort über die Fragwürdigkeit der Bundeswehreinsätze für den Zugang zu Rohstoffen und Ressourcen (verteidigungspolitische Richtlinien) gesagt. Kein Wort über das dazugehörige Töten und die Todes- und Verletzungsgefahr, nichts über Zivilopfer und Traumatisierungen. Während Jugendoffiziere im Unterricht ihre Propaganda als politische Bildung tarnen, steht draußen der Infotruck, bei dem rekrutiert wird. Hier sollten auch Eltern protestieren! Kinderrechtsorganisationen und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisieren diese einseitige Werbung. Sie verstößt gegen das Kontroversitätsgebot der Bildung. Natürlich ist das zumindest indirekt Werbung für die Logik des Militärischen und einen Dienst als Soldat. Dabei zeigen die jüngsten Kriege von Afghanistan bis Syrien, dass es weder um Menschenrechte geht, noch Frieden herbeigebombt werden kann. Das Rekrutieren Minderjähriger verstößt zudem gegen die UN-Kinderschutzkonvention, so Terre des hommes, Kindernothilfe, Missio und Unicef Deutschland im aktuellen Schattenbericht Kindersoldaten. Die Schule wäre gut beraten, der Bundeswehr keine exklusive Werbeplattform mehr zu bieten. Wer zur Bundeswehr will, findet den Weg. Ihre Präsenz in allen Medien verdankt sie dem aus Steuern finanzierten Werbeetat von 29 Millionen Euro. Stattdessen fehlen Informationen über Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensdienste. Die Arbeitsgemeinschaft Frieden bietet dazu Referenten für Schulklassen gerne an. Infos im Internet: www.agf-trier.deMarkus Pflüger, Trier

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