Prozess wegen versuchten Mordes in Taben-Rodt - Mann soll Ex-Geliebte mit Auto überfahren haben

Kostenpflichtiger Inhalt: Gerichtsverhandlung : Versuchter Mord in Taben-Rodt: Neuer Zeitplan im Prozess 

Ein Saarländer soll seine Ex-Geliebte mit dem Auto überfahren haben, um sie zu töten. Im Verfahren zu diesem außergewöhnlichen Fall stehen immer noch entscheidende Sachverständigenberichte aus.

Das Landgericht Trier ist am Montag im Verfahren gegen einen 44-jährigen Saarländer kaum vorangekommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, am 15. November 2018 seine Ex-Geliebte überfahren zu haben, um sie zu töten. Noch läuft die Beweisaufnahme, und mindestens zwei Gutachter-Berichte stehen noch aus.

Ein Experte für KfZ-Gutachten, der eigentlich am Montag aussagen sollte, hat seine Stellungnahme noch nicht fertig – aus Krankheitsgründen. Der psychiatrische Sachverständige, Dr. Harald Lang, der den Prozess begleitet, muss sich ebenfalls noch äußern. Am Montag hat er zumindest sein vorläufiges schriftliches Gutachten mitgebracht. Die Inhalte sollen am Mittwoch, 11. Dezember, besprochen werden. An diesem Tag wird der Prozess um 9 Uhr fortgesetzt. Laut Staatsanwalt Benjamin Gehlen ist die zusätzliche Stellungnahme eines KfZ-Gutachters bis dahin noch nicht fertig.  

Ein Urteil ist am Mittwoch und auch in diesem Jahr jedoch auf keinen Fall noch zu erwarten. Am Montag wurden gleich drei weitere Verhandlungstermine im Januar vereinbart: Ein Kurztermin, damit die Fristen nicht auslaufen, ist am Donnerstag, 2. Januar, angesetzt. Inhaltlich wird es erst am Montag, 13. Januar, 9 Uhr, sowie am Montag, 20. Januar, 9 Uhr, wieder interessant. Dann könnte die Vorsitzende Richterin, Petra Schmitz, auch ein Urteil sprechen. Das ist zumindest das Ziel der ersten Schwurgerichtskammer am Landgericht Trier.

Noch nicht klar ist, ob vielleicht doch noch ein Psychologe oder Arzt gehört werden soll, der mit dem Angeklagten kurz vor der Tat in der psychiatrischen Abteilung der SHG-Kliniken in Merzig eine dreistündige Gesprächstherapie gemacht hat. Bisher liegt von diesem Termin nur eine handschriftliche kurze Notiz vor, dessen Inhalt der Sachverständige Dr. Lang in sein Gutachten eingebaut hat. Bei der Verhandlung am Mittwoch macht Verteidiger Andreas Ammer klar: „Da muss man den Arzt hören.“

Es mache schon einen Unterschied, wenn der Angeklagte, der die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden hat, in dem Gespräch zum Beispiel über Aggressionen gegenüber dem Opfer gesprochen habe oder nicht. Staatsanwalt Gehlen kündigt daraufhin an, dass er veranlassen werde, dass die Kripo zu der saarländischen Klinik fahren soll, um möglicherweise weitere Krankenakten sicherzustellen.

Der Therapeut, der das Gespräch mit dem Angeklagten geführt habe, arbeite nicht mehr in Merzig heißt es weiter. Dessen Name ist weder dem Gericht noch der Staatsanwaltschaft oder dem Verteidiger und dem Angeklagten bekannt.

Verlesen werden am Montag noch Protokolle zur Medikation des Angeklagten vor und nach der Tat. Unter anderem  nahm er Antidepressiva, Medikamente gegen Angstzustände sowie Blutdruckmedikamente ein. In einem Arztbericht, den die Vorsitzende Richterin Schmitz verliest, heißt es, dass er an einer depressiven Anpassungsstörung leide und dass er sich habe glaubhaft von Suizidgedanken habe distanzieren können.