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Publikumsmagnet Menachem Har-Zahav

Publikumsmagnet Menachem Har-Zahav

"Hommage an Chopin" - so der Titel des Konzerts, das der amerikanisch-israelische Pianist Menachem Har-Zahav am Sonntagnachmittag im Festsaal des Klosters Karthaus gegeben hat. Die mehr als 150 Besucher im übervollen Saal zeigten sich von der Virtuosität des Musikers begeistert.

Konz. (jbo) "Super", sagte Doris Stuke schon zur Pause. Und da lag das Beste noch vor den gut 150 Zuhörern im proppevollen Festsaal des Klosters Karthaus. Der amerikanisch-israelische Pianist Menachem Har-Zahav, der jetzt bereits zum vierten Mal in der Saar-Mosel-Stadt aufgetreten ist, überzeugte das Publikum mit größter Virtuosität und bewundernswerter Konzentrationsfähigkeit.

Im ersten Teil brillierte er mit feiner Technik und schüttelte die pianistischen Herausforderungen der Chopin'schen Kompositionen in den Etüden und Polonaisen locker aus den elegant über die Tasten eilenden Fingern. Hier und da hätten sich einzelne Zuhörer mehr Zartheit im Spiel gewünscht, aber der Eindruck blieb: Hier spielt jemand, der sich nicht scheute, auch die mitunter ausgesprochen schwierig zu spielenden Stücke beherzt anzugehen. Im zweiten Teil, speziell im Hauptwerk des Abends, der Sonate Nr. 2 b-Moll, Op. 35, erweiterte Menachem Har-Zahav, der den verdienten Applaus nahezu unbeweglich entgegennahm, sein Spiel um eine emotionale Komponente, die ihren Höhepunkt im dritten Satz, dem Marche funèbre, fand.

Da erhielten die ansonsten teilweise etwas hart gespielten Chopin'schen Werke die Klangfarbe und Magie, mit denen sich der polnische Tastenzauberer Chopin den Rang des bedeutendsten Klavierkomponisten im 19. Jahrhundert erarbeitet hat.

Bei den Zugaben zog Menachem Har-Zahav dann noch mal alle Register seiner Kunst.

Jetzt spielte er befreit auf - das Publikum applaudierte stürmisch.

Nach dem Konzert zogen die Besucher durchweg ein positives Fazit. Har-Zahav habe mit seiner "Hommage an Chopin" anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten einen Maßstab vorgegeben, an dem sich alle weiteren Chopin-Konzerte in diesem Jubiläumsjahr messen lassen müssen.