Pulverdampf auf Roscheid

Schüsse im Museumsdorf Roscheider Hof, Pulverdampf, gebrüllte militärische Kommandos, Verhaftung des Bürgermeisters - das wahrhaft erschreckende Geschehen ist Teil eines Historienspektakels, welches der Cercle d'Histoire Vivante aufführt.

Konz-Roscheid. (kdj) Es geht an diesem Wochenende nicht alles so kriegerisch zu wie der Überfall französischer Soldaten auf das friedliche Hunsrückdorf. Das militärische Intermezzo ist sicherlich der spektakulärste Teil des zweitägigen Auftritts der Truppe in historischen Uniformen.Ob es den revolutionären "Befreiern" tatsächlich um die Freiheit der armen Dörfler geht, darf bezweifelt werden. Denn der Befehlshaber lässt Bargeld und Wertsachen der "Befreiten" einsammeln. Dass sich am nächsten Tag der Spuk auflöst und das Dorfleben wie gewohnt weitergehen kann, gehört zum Spiel.Weniger spielerisch ist die Darstellung des Dorflebens: Der Adel geht zur Jagd, das (Bauern-) Volk arbeitet, wobei die Truppe um Dandy M. Kuschel und seine Helfer streng darauf achten, dass alles so authentisch wie möglich aussieht. Selbst bei den Speisen und ihrer Zubereitung werden da keine Ausnahmen gemacht.Dass die Mitwirkenden in einigen Häusern des Museumsdorfes oder Zelten übernachten, gehört zum Programm. Kuschel: "Wir spielen hier nicht einfach Theater, sondern wir leben ein Stück Vergangenheit." Dazu gehört das ganz normale Dorfleben mit der Färberin, der Schmiede, dem Bäcker und der Schule.Was so lautstark mit Schüssen begann, endet am Sonntag friedlich: mit dem Abzug der französischen "Besatzer".