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Quereinsteiger sorgen dafür, dass es  mitten im Corona-Jahr  weiter geht im Reinsfelder Hof.

Gastronomie : Traditionsbetrieb als Gasthof mit Pension wiedereröffnet

Quereinsteiger sorgen dafür, dass es  mitten im Corona-Jahr  weitergeht im Reinsfelder Hof.

Für Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe finden sich oft kaum mehr Nachfolger, was durch die Corona-Pandemie zusätzlich erschwert wird. Der „Reinsfelder Hof“ war hingegen nur vorübergehend geschlossen, und das unabhängig von Corona aus privaten Gründen. Binnen kurzer Zeit fanden sich dort mit Nicole und Markus Back neue Eigentümer.

Das Ehepaar mit Eigenheim in Gusenburg hat den Traditionsbetrieb als Gasthof mit Pension, das Gästehaus Back, wiedereröffnet. Anders als die früheren Eigentümer werden sie für ihre Gäste zwar nicht selbst kochen. Doch dafür bieten sie Alternativen wie beispielsweise Pizzen an. Denn Nicole Back ging es nicht darum, ein Restaurant zu übernehmen. Ihr lang gehegter Wunsch war vielmehr, ein Hotel, was sich mit der Übernahme des Gästehauses mit zehn Zimmern erfüllte. Bestärkt darin haben sie und ihren Mann gute Erfahrungen mit ihrer Gusenburger Ferienwohnung. Die Kneipe, geöffnet donnerstags bis sonntags, jeweils  ab 17 Uhr, übernahm das Paar, weil sich dafür kein Pächter fand. Und das war der Geschäftsfrau im Grunde ganz recht: „Da sitzen ja auch meine Hotelgäste.“

Die Entscheidung, einen Betrieb zu übernehmen, reifte über einen längeren Zeitraum hinweg. Und nun habe einfach alles irgendwie gepasst, privat wie beruflich, sagt Nicloe Back. Denn beide wollen weiterhin ihre eigentlichen Berufe ausüben, sie als Versicherungskauffrau, er als Elektriker. Die zu erwartende Doppelbelastung schreckt weder sie noch Ehemann Markus, der hinter dem Wunsch seiner Frau steht. Daher renovierten sie ihr Gästehaus auch eigenhändig.

Die am 4. September neu eröffnete Kneipe sei halt einfach mit dabei gewesen, kommentiert Markus Back. Allerdings möchten sie nicht auf Dauer alles alleine machen, sondern den Betrieb längerfristig mit Personal betreiben oder verpachten.

 Dass es im Reinsfelder Hof weiter geht, freut auch die frühere Eigentümerin, für die der Betrieb 18 Jahre „ein Stück Herzblut“ war. Es sei schön, dass sich Nachfolger gefunden hätten, die den Mut hätten, das zu machen, betont Martina Lauer. Dank ihnen gingen Reinsfeld keine Gästezimmer verloren und der Treffpunkt für Jüngere wie Ältere bleibe erhalten.

 Der Eigentümerwechsel im Reinsfelder Hof ist für die Gemeinde kein Einzelfall. Auch für die örtliche Metzgerei fand sich binnen kurzer Zeit eine Nachfolgerin. Dennoch haben Gastronomie- oder Übernachtungsbetriebe in Reinsfeld wie auch andernorts in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil  mit coronabedingten Einschränkungen zu kämpfen. Mancher fuhr seine Leistungen zurück. Doch schließen musste bisher offensichtlich keiner.

In Hermeskeil habe im August sogar ein Betrieb neu eröffnet, freut sich Stadtbürgermeisterin Lena Weber. Das Chinarestaurant biete vorrangig Abholung an. Auch andere Betriebe, ob Restaurant oder Eisdiele, setzten verstärkt auf Liefer- oder Abhol-Modelle. Die ersten Lockdown-Wochen hätten viele für Renovierungen genutzt.

 Laut Valerie Schäfer, Leiterin der Tourist-Information Hermeskeil, war das in anderen Orten der VG ähnlich. Ab dem Sommer sei es in manchen Betrieben zudem „richtig gut gelaufen“ und die Nachfrage nach Ferienwohnungen boome geradezu.