Radelspaß in Treibhaus-Atmosphäre

Radelspaß in Treibhaus-Atmosphäre

KASEL/WALDRACH. Autos raus, Fahrräder rein: Zum neunten Mal in Folge gab es gestern im Ruwertal autofreien Radelspaß. In einem Gewächshaus-Klima pendelten besonders zahlreich Familien von Ruwer bis Riveris.

Wer am Sonntag per Rad durch das Ruwertal fuhr, hörte es an allen Ecken und Enden. Fröhliche Rufe: "Hallo, auch wieder dabei?" Man kennt sich eben in den benachbarten Gemeinden. Tatsächlich nutzten überwiegend Einheimische und Menschen umliegender Orte die Gelegenheit, die gesperrte Straße gefahrlos zu befahren - darunter viele Familien mit kleinen Kindern. Doch nicht allen war bei dem schwülwarmen Wetter nach Radeln zu Mute. Wie den drei Dudeldorfer Dudelsackspielern, die trotz 30 Grad im Schatten in Kasel dicke Backen machten. "Wir haben nicht das richtige Outfit zum Radeln", erklärte Dudelsackspieler Benno van de Braak Augen zwinkernd. Schließlich seien echte schottische Kilts nun mal nichts für sportliche Radtouren. Apropos sportlich: Da die autofreie Strecke bei Ruwertal Aktiv nur einige Kilometer lang ist, sausten einige Radler gleich mehrmals die Etappe hinauf und hinunter. "Jetzt reicht´s", meinte dann einer schweißüberströmt in der Mittagszeit - Winzersteaks und Weinsülze im heimischen Waldrach lockten. Flüssigkeitsausgleich durch kühle Getränke

Die Veranstaltung legt Wert auf regionale Spezialitäten und bietet ihren Besuchern vielseitige kulinarische und hausgemachte Köstlichkeiten aus Küchen und Weinkellern. So waren in der Mittagszeit die Wirtschaften und Biergärten gut besucht - das Ausgleichen des Flüssigkeitsverlustes durch kühle Getränke kein Problem. Nach dem stimmungsvollen ökumenischen Gottesdienst in Grünhaus, an dem 250 Menschen unter freiem Himmel teilnahmen, ging es hinauf ins Ruwertal. Einige in voller Montur, die meisten in luftigen Schlabbersachen, manche nur rudimentär bekleidet. Schließlich war die Hitze in der Mittagszeit kaum erträglich, ein paar Regentropfen sorgten für Treibhaus-Atmosphäre. Auch Arno Ewald und Hannah Swoboda freuten sich auf die erfrischenden Einkehrmöglichkeiten auf dem Rückweg ihrer Tour. Unterwegs war die junge Frau mit einem altertümlichen Short-Bike, das sie auf dem Sperrmüll gefunden hatte. "Mal sehen, wie weit wir kommen", zeigte sich das Paar gut gelaunt und trat unverdrossen in die Pedale. Ihnen gleich taten es schätzungsweise 8000 bis 10 000 Teilnehmer, die nach Polizeiangaben die Großveranstaltung besucht haben. "Alles ruhig, keine besonderen Vorkommnisse", erklärte der Einsatzleiter Günther Follmann am Sonntagnachmittag.