1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Radler trotzen Hitze und Teufelskopf

Radler trotzen Hitze und Teufelskopf

Doppel-Veranstaltung in Kell und Mandern: Zehnter Benefiz-Marathon für Radler und viertes Teufelskopf-Bike-Festival in Mandern zeigen, warum Sportler sich den Hochwald merken sollten.

Strampeln für einen guten Zweck: Die Teilnehmer des Bike-Marathon in Kell am See treten kräftig in die Pedale. TV-Fotos (2): Hans Muth Foto: Hans Muth (hm) ("TV-Upload Muth"

Kell am See/Mandern Die Sonne brennt unbarmherzig. Das Thermometer hat sich auf mehr als 30 Grad Celsius hochgearbeitet. Schweißtreibende Bewegungen erscheinen den meisten nicht ratsam, doch eine Gruppe von 125 Sportlern sieht das anders. Diese haben sich, aufgeteilt in Gruppen, auf 70 Cyclingräder geschwungen, die in mehreren Reihen unter einer schützenden Überdachung auf dem Weg vor dem Keller Rathaus aufgestellt sind. Laute Musik schallt zu ihnen herüber, ebenso wie die anfeuernden Zurufe der Trainer, während sie kraftvoll in die Pedale treten.
Niemand der Vorbeikommenden und der zahlreichen Zuschauer wundert sich, denn es handelt sich um eine jährlich wiederkehrende Tradition: den Benefiz Outdoor-Cycling-Marathon, zu dem Michael Krämer vom Hotel zur Post zum zehnten Mal eingeladen hat.
Rosi May aus Mayen ist begeisterte Radfahrerin. Beim Marathon in Kell am See ist sie das erste Mal dabei. "Es gefällt mir sehr gut. Prima Stimmung. Ich versuche, die gesamten sechs Stunden durchzuhalten."
Was die begeisterten Zuschauer nicht mitverfolgen können: Erstmalig wurde in diesem Jahr eine Tour zum kommenden Bikepark Idarkopf angeboten. Ein Transfer mit dem Bike shuttle brachte die 14 Teilnehmer dorthin, wo Ecoparc-Chef Nico Reuter vom Idarkopf der Gruppe die Pläne für einen der größten Bikeparks Europas erläuterte. Die Rückfahrt mit dem Rad nach Kell führte Tobias Witzack, Ex-Bundesliga- und Weltcup Fahrer, entlang des Erbes-kopfs vorbei am Ringwall Otzenhausen zurück nach Kell am See.
"Unsere Erwartungen sind voll erfüllt worden", freut sich Michael Krämer. "Es hat alles gepasst, das Wetter und die Beteiligung, alles in allem: eine tolle Sache. Die weiteste Anreise hatte ein Radler aus Hamminkeln am Niederrhein."
An der Manderner Siebenbornhalle kommen derweil immer wieder Radler an oder fahren ab, denn dort läuft das 4. Teufelskopf-Bike-Festival. Die Veranstaltung ist gekoppelt mit dem Benefiz-Marathon Biking in Kell am See. Bereits 2014 haben beide Veranstalter ihr Angebot zum Bike-Festival verknüpft, um sich die Kosten zu teilen und die gesamte Palette der Radsportmöglichkeiten im Hochwald zu zeigen.
Hobbysportler und Familien können zwischen zwei Touren-Arten wählen. Die Country-Tourenfahrten richten sich an Mountainbiker und gehen über 20, 33, 40 oder 58 Kilometer. Bei den Radtourenfahrten, die über öffentliche Straßen führen, sind die Sportler 41, 76, 112 und 153 Kilometer unterwegs. 54 Rennradfahrer und 301 Mountain-Biker haben sich eingeschrieben. Der jüngste Teilnehmer sei im Vorschulalter, der älteste 81 Jahre alt, erklärte Mencher.
In der Halle testen Kinder bis zwölf Jahre ihre Geschicklichkeit in einem Parcours. Die Zeitschnellsten werden gewertet und ausgezeichnet. "Unser Verein hat derzeit 30 aktive Mitglieder, sagt Vorstandsmitglied Werner Mencher. "50 Helfer sind aktiv." Am Teufelskopf kommen die Sportler auf ihren Mountain-Bikes angeflogen. Bergab, bergauf, über enge Waldpfade, die mit Wurzeln übersät sind. Einer muss in der Kurve ein Bein vom Pedal nehmen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen, ein anderer reißt den Vorderreifen mit dem Lenkrad hoch, um nicht an einer dicken Wurzel zu scheitern.
Der Erlös der Veranstaltungen geht an die Benefiz-Radler aus Plein bei Wittlich, die Trierer Vereine Nestwärme und Villa Kunterbunt sowie an die Fair play Tour d'Europe und die DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Insgesamt 2200 Euro sind diesmal zusammengekommen - seit 2008 insgesamt 13 000 Euro.