Radlerbus hält jetzt auch in Kell

Radlerbus hält jetzt auch in Kell

Der Radweg zwischen Hermeskeil und Trier ist neben dem Saar-Hunsrück-Steig die wichtigste Freizeitattraktion im Hochwald und Ruwertal. Um ihn noch attraktiver zu machen, werden die Tourist-Informationen künftig E-Bikes verleihen. Außerdem steuert der Radlerbus ab 1. Mai auch Kell an. Das Fehlen einer Haltestelle im größten Urlaubsort der Region war bisher ein Schwachpunkt.

Hermeskeil/Kell/Waldrach. Wo einst die Lokomotiven schnauften, treten seit 2009 Radfahrer in die Pedale. Auf der ehemaligen, knapp 50 Kilometer langen Bahntrasse zwischen Hermeskeil und Trier-Ruwer ist ein Radweg entstanden, auf dem seit drei Jahren Abertausende Einheimische und Urlauber Touren mit ihrem Drahtesel machen. Um den Ausflüglern die Sache zu erleichtern, lassen der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) und die Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) seit der offiziellen Eröffnung des Wegs einen Regio-Radlerbus pendeln (siehe Extra). Er bietet auf seinem Anhänger Platz für 22 Räder und fährt vom Trierer Hauptbahnhof über Trier-Ruwer, Waldrach, die B 52 und Reinsfeld bis nach Hermeskeil. Von dort geht es zu bestimmten Zeiten sogar weiter bis zum Bahnhof Türkismühle und dann in umgekehrter Richtung zurück. Die meisten Radler lassen sich vom Bus in den Hochwald hochbringen, um dann auf dem meist sanft abfallenden Weg Richtung Ruwertal herunterzurollen.
Beschwerde von Touristen


"Im ersten Jahr hatten wir einen sehr großen Zuspruch mit über 10 000 Fahrradtransporten. Danach sind die Zahlen aber merklich zurückgegangen", sagt Gabriele Rau von der RMV und fügt hinzu: "Es ist klar, dass die Busse nur fahren können, solange sie Fahrgäste haben und diese Infrastruktur auch angenommen wird.
Insofern stieß ein Vorschlag aus Kell bei den Verkehrsbetrieben auf offene Ohren. Denn, so berichtet Walburga Meyer, die Leiterin der Tourist-Info: "Bei uns haben sich häufig Urlaubsgäste darüber beschwert, dass der Bus nicht in Kell hält. Das hat nämlich bedeutet, dass sie abends, wenn sie nach einer Tour schon müde waren, in Reinsfeld aussteigen und sich dort wieder aufs Fahrrad setzen mussten, um zurückzukommen." Auch Lieselotte Wegner, die Parkmanagerin des großen Landal-Feriendorfs am Stausee, hat diese kritischen Rückmeldungen oft gehört. "Es ist doch schade, wenn einerseits der Radlerbus nicht voll ist und er andererseits an unserem Park mit fast 200 000 Übernachtungen vorbeifährt."
Auch E-Bike für Ungeübte


Dieses Manko wird aber zur neuen Saison, die am 1. Mai beginnt, nicht mehr bestehen. "Die Keller haben uns mit ihren Argumenten überzeugt. Wir haben deshalb im Fahrplan auch einen Abstecher nach Kell vorgesehen", sagt Rau. Um den Urlaubsgästen künftig die Rückkehr bequemer zu machen, fährt der Bus, der um 16.40 Uhr am Trierer Hauptbahnhof losfährt, den Umweg über Kell. Er hält dort um 17.55 am Hotel zur Post im Ortszentrum und fünf Minuten später am Landal-Ferienpark. "Wir sind froh, dass wir mit unserer Überzeugungsarbeit Erfolg hatten und so die Attraktivität des Radwegs weiter steigern konnten", sagt der Keller Bürgermeister Werner Angsten.
Dazu soll ab diesem Jahr auch ein zweiter Baustein beitragen. Gerade bei etwas älteren oder sportlich ungeübten Menschen erfreut sich das Elektro-Fahrrad (E-Bike) wachsender Beliebtheit. Diesem Trend werden die Anrainerkommunen des Ruwer-Hochwald-Radwegs mit Hilfe eines Sponsors Rechnung tragen. Das RWE wird den Verbandsgemeinden Hermeskeil, Kell und Ruwer E-Bikes zur Verfügung stellen, die die Gäste an den Tourist-Informationen ausleihen können. In Hermeskeil wurden zwei dieser Gefährte bereits geliefert. Sie stehen nach Aussage der Leiterin Claudia Fuchs ab 2. Mai während der Öffnungszeiten der Tourist-Info für eine tägliche Ausleihgebühr von 20 Euro bereit.Extra

Der Regio-Radler (RR 200) ist vom 1. Mai bis 28. Oktober zwischen dem Trierer Hauptbahnhof und dem Bahnhof in Türkismühle im Einsatz - und zwar an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. In den Sommerferien - also vom 2. Juli bis 10. August - fährt er täglich. Vom Trierer Hauptbahnhof fahren an den Betriebstagen zwischen 9.40 Uhr und 16.40 Uhr sechs Radlerbusse Richtung Hermeskeil ab. In umgekehrter Richtung verkehren ab Hermeskeil zwischen 10 und 17 Uhr fünf Busse. Ab Reinsfeld geht auch noch um 18.15 Uhr ein Bus nach Trier zurück. Die Fahrradbeförderung kostet für Erwachsene drei Euro, für Kinder zwei Euro. Dazu kommt noch die Fahrkarte für die Personenbeförderung. Das Tagesticket für Erwachsene kostet beispielsweise auf der Strecke Trier-Hermeskeil 6,35 Euro. ax Weitere Informationen und Online-Reservierung unter www.regioradler.de beziehungsweise telefonisch unter 01805/723287.