Rätsel um ein verschwundenes Mädchen

Literatur : Rätsel um ein verschwundenes Mädchen

Krimis sind normalerweise seine Spezialität. Für sein neues Buch hat der Hochwälder Autor Hans Muth das Genre gewechselt.

Hans Muth hat seine Leidenschaft für das Schreiben von Kriminalromanen erst spät entdeckt. Mit etwa 60 Jahren fing der ehemalige Kriminalbeamte aus dem Hochwald damit an. Inzwischen hat er 17 Bücher veröffentlicht, die meisten davon Krimis der Reihe „Tatort Hunsrück“, die in fiktiven Orten seiner Heimatregion spielen. Auch Thriller hat er unter dem Pseudonym Hannes Wildecker schon einige geschrieben, etwa über einen fiktiven Störfall in einem Atomkraftwerk im Dreiländereck.

Für sein neuestes Werk hat Muth allerdings das Genre gewechselt. Sein jüngster Roman mit dem Titel „Ein ganzes Leben Ewigkeit“ beschreibt ein Familienschicksal, das seinen Ursprung in der Zeit des Zweiten Weltkriegs hat. Der Leser wird ins dunkelste Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte geführt. Im Fokus steht zunächst ein Bombenangriff der Alliierten auf Frankfurt vom 12. September 1944. Eine 36-Zentner-Mine reißt ein Loch in die Wand eines Bunkers in der Bockenheimer Mühlgasse und tötet 172 Menschen. Danach vermisst die 16-jährige Emilie ihre kleine Schwester.

An diesem Punkt kommt der Sprung ins Frankfurt der Gegenwart, in ein Haus, in dem die inzwischen verwitwete Emilie auf mehreren Wohnebenen mit Tochter Juliane, Enkelin Caro und deren beiden Kindern lebt. Vier Generationen unter einem Dach. Deren Leben wird beschrieben, und richtig spannend wird es, als Erna auftaucht, in der Emilie ihre Schwester zu erkennen glaubt.

Was hat den passionierten Krimiautor motiviert, das gewohnte Genre zu verlassen? „Es gibt bis heute noch Tausende vermisste Personen. Das hat mir der Suchdienst des Roten Kreuzes bestätigt“, erklärt der 74-Jährige. „Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs ist also immer noch nicht zu Ende.“ Das Buch sei ein Schicksalsroman und dennoch nicht weniger spannend als ein Krimi, fügt Muth hinzu. Über die weiteren Ereignisse und Verwicklungen im Roman möchte er nichts verraten. Nur so viel: Bis zum Schluss nagten die Ungewissheit an der Seele von Emilie und die Frage: Wer ist diese Frau?

Das Thema ist dem Autor wichtig, denn jedem Angehörigen einer vermissten Person könnte es so oder so ähnlich ergehen. Zugleich arbeitet er schon wieder an einem neuen Buch. Es soll ein Thriller werden, der im sakralen Umfeld spielt.

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