Ran an den Fördertopf!

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Moselfranken hat über das EU-Förderprogramm "Leader{++}" in den zurückliegenden sechs Jahren rund 1,5 Millionen Euro für verschiedene Projekte erhalten. Da die Periode in diesem Jahr ausläuft, bewirbt sich die LAG für das Nachfolgeprogramm "Leader". Die Chancen, auch an diesen "Fördertopf" heranzukommen, stehen nach Einschätzung des LAG-Geschäftsführers gut.

Saarburg. Kaum eine Ratssitzung in der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg, in der nicht mindestens einmal der Begriff "Leader{++}" fällt. Sobald es um die Finanzierung bestimmter Projekte geht, kommt das viel versprechende Kunstwort ins 991 startete das Förderprogramm der Europäischen Union. Eines von sieben Leader in Rheinland-Pfalz

Dabei erhielten mit den beiden ersten "Leader"-Perioden alle Gebiete einen Geldsegen, die unter der 25-Prozent-Grenze des EU-Brutto-Sozialproduktes lagen. Ab 2000, dem Startpunkt der jüngsten Förderperiode, galt das Wettbewerbs-Prinzip: Ländliche Gebiete mussten sich bewerben, um an die Finanzspritze heranzukommen. Das hat auch die LAG Moselfranken, ein Zusammenschluss von Vertretern aus Verwaltungen, Verbänden und Interessengemeinschaften der VG Konz, Saarburg und Trier-Land, getan. Erfolgreich: Im Juni 2002 wurde die LAG Moselfranken, die bei der VG Saarburg angesiedelt ist, als eines von sieben rheinland-pfälzischen "Leader{++}" Fördergebieten ausgewählt. Das ursprünglich zugesagte Budget von 1 542 715 Euro wurde während der Periode auf 1 597 372 Euro aufgestockt. LAG-Geschäftsführer Thomas Wallrich: "Die Zusatzmittel von fast 55 000 Euro sind ein deutlicher Beweis für die hervorragende Arbeit der LAG Moselfranken." 45 Projekte wurden der LAG Moselfranken bislang bewilligt, darunter 14 in der VG Saarburg. Mit Zuschüssen aus "Leader{++}" ist beispielsweise das Bürgerhaus in Kreuzweiler entstanden, aber auch die Dorfplätze in Biebelhausen, Dilmar und Krutweiler. Kein Bürgerhaus ohne "Leader"

Die 50-prozentige Leader-Förderung ist darüber hinaus auch in das neu entstandene Walderlebniszentrum Trassem sowie in den Ausbau des Saarradwegenetzes geflossen. Im Bereich "Touristisches Marketing" sind mit Mitteln aus "Leader{++}" unter anderem der Flyer zum Skulpturenweg Obermosel und zu Stadtrundgängen in Saarburg entstanden. "In der Mache" ist nach Auskunft Wallrichs derzeit noch der Flyer zum deutsch-luxemburgischen Jakobusweg. "Auch die Modernisierung der Saar-Obermosel-Touristik-Geschäftsstelle in Saarburg steht noch aus", sagt Wallrich.Überregionale Projekte machen stolz

Bei der Bewertung des europäischen Fördertopfes lässt Thomas Wallrich keinen Zweifel offen: "Keines aller umgesetzten Projekte hätten wir ohne ,Leader{++}' stämmen können. Auch, wenn das immer nur ein Zuschuss von 50 Prozent bedeutet und für jedes Vorhaben ein Träger gefunden werden muss."Besonders stolz sei die LAG auf die überregionalen Projekte wie die ,Straße der Römer' oder die deutsch-luxemburgische Gewerbeausstellung ,Deulux'. "In Saarburg haben wir mit der Weiterbildungseinrichtung ,Kompetenzwerkstatt für Frauen' ein Alleinstellungsmerkmal, und auch das Jugend-Partizipationsprojekt der Gemeinden Wormeldingen, Wincheringen und Palzem ist in dieser Form beispielhaft." Für die neue Förderperiode, die 2007 beginnt, deren Zuschüsse frühestens im März 2008 fließen, bewirbt sich die LAG Moselfranken derzeit. Wallrich: "In unserer Bewerbung stellen wir wieder die nachhaltige Tourismusentwicklung in den Mittelpunkt. Ein Augenmerk legen wir zudem auf das Thema ,Demografischer Wandel'." Bis 18. Juni muss die Bewerbung fertig sein, bis Mitte September wird Wallrich wissen, ob die LAG weiterhin EU-Gelder erhält.