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Rascheid will Standort für Windkraftanlagen werden

Rascheid will Standort für Windkraftanlagen werden

Strom für alle und Geld für die beiden Haushalte: Bis zu 14 Windräder wünschen sich die Gemeinden Rascheid und Geisfeld. In Rascheid hat der Rat sich jetzt mit den Offerten von vier Anbietern der weißen Riesen beschäftigt und ist als zweitletzte Ortsgemeinde dem Solidarfonds der Verbandsgemeinde Hermeskeil beigetreten.

Rascheid/ Geisfeld. "Wo Reinsfelder Wind weht, weht er auch für Rascheid" findet Ortsbürgermeister Andreas Ludwig, denn der Windpark, den er und sein Rat sich gemeinsam mit Geisfeld wünschen, soll ganz in der Nähe der Reinsfelder Windräder gebaut werden. Auf seinem Schreibtisch liegt ein Stapel mit Offerten von vier Firmen, die lieber heute als morgen Windkraftanlagen (WKA) in einem Waldstück mit dem Flurnamen "An der Senkelswiese" aufstellen wollen.
In nichtöffentlicher Sitzung hat der Ortsgemeinderat über die Angebote diskutiert. "Wenn eine Entscheidung gefallen ist, werden wir sie veröffentlichen und in einer Bürgerversammlung darüber informieren", verspricht Ludwig.
Im öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung konnten sich die Ratsmitglieder nicht mit der Möglichkeit anfreunden, dass die Ortsgemeinde selbst Betreiber von Windrädern werden könnte. Im Gremium herrscht die Meinung vor, dass die Risiken finanzieller Art, bei Störfällen oder Unfällen zu hoch sind.
Bis zu 14 Windkraftanlagen könnten in einem gemeinsamen Windpark mit Geisfeld Strom für die Region und Pachtzahlungen für die beiden Haushalte liefern. Als zweitletzte der 13 Ortsgemeinden trat Rascheid noch vor Reinsfeld dem Solidarfonds der Verbandsgemeinde bei.
"Dieser Solidarfonds ist ein Erfolgsmodell, vor allem wegen der Freiwilligkeit", freut sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, Michael Hülpes. Der Erlös aus neu errichteten oder durch stärkere Anlagen ersetzte Windräder wird zu einem Viertel in einen Fonds gezahlt. "Das bringt im Schnitt 25 000 Euro im Jahr für Ortsgemeinden, die keine Chance auf Windkraft haben", rechnet Hülpes vor.
In solchen Gemeinden, beispielsweise Züsch und Neuhütten, soll verstärkt auf Tourismus und naturnahe Erholung gesetzt werden, womit auch Geld verdient werden kann. "Wir wollen die Schere zwischen reichen und armen Ortsgemeinden nicht zu weit aufgehen lassen", verspricht der Bürgermeister. Der Flächennutzungsplan wird diesen Vorgaben angepasst.
Rascheid hat es eilig. Denn bevor gigantische Kräne die weißen Windmühlen aufstellen können, müssen Fachleute in Gutachten über alle Jahreszeiten hinweg die Naturverträglichkeit der bis zu 250 Meter hohen Anlagen bescheinigen.
"Wir wissen nicht, ob wir das so alles genehmigt bekommen, wie wir es uns vorstellen", schränkt Ludwig ein. Frühestens in zwei Jahren können die Windräder den Rascheider Wald überragen. doth