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Rascheider Dorfscheune öffnet im Oktober

Rascheider Dorfscheune öffnet im Oktober

Die Ortsgemeinde Rascheid hat bei ihrem größten Bauprojekt, das sie in den vergangenen 30 Jahren angepackt hat, mächtig Gas gegeben. Die knapp 590 000 Euro teure Dorf- und Kulturscheune, die an der Stelle eines abgerissenen alten Hauses errichtet wird, ist fast ein Jahr früher fertig als geplant. Schon im Oktober soll sie offiziell eröffnet werden.

Rascheid. Bei vielen Bauprojekten stellt sich während der Arbeiten heraus, dass der anfänglich aufgestellte Zeitplan nicht eingehalten werden kann.
Im 500-Einwohnerort Rascheid ist das aber nicht der Fall. Dort wird die Dorf- und Kulturscheune (siehe Extra) schon sehr viel früher fertig als gedacht. Ortsbürgermeister Andreas Ludwig geht davon aus, dass das Gebäude schon Mitte bis Ende Oktober offiziell eingeweiht werden kann. Den genauen Termin will der Rascheider Rat nach den Sommerferien festlegen.
Nachtragsetat verabschiedet


Dabei ist das Gesamtpaket, das die Gemeinde für ihr Bauvorhaben in der Raiffeisenstraße anpackt, sogar noch größer geworden. In der Ursprungsplanung war nämlich gar kein Schuppen für den Gemeindetraktor enthalten. Doch um auch für dieses Gerät einen geeigneten Abstellplatz zu finden, wurde neben der Dorfscheune ein kleinerer Anbau in Holzbauweise errichtet. Zunächst war es auch so gedacht, dass das Außengelände erst 2015 gestaltet wird. Nun ist aber auch das Dorfscheunen-Umfeld bis auf kleinere Pflasterarbeiten schon fertig. Ein besonderes Schmuckstück ist dabei die Freiterrasse an der oberen Giebelseite geworden. Die erstaunlichen Möglichkeiten auf dem Grundstück in der Raiffeisenstraße zeichneten sich laut Ludwig erst nach und nach ab: "Als das alte Haus Nonninger weg war, hat man erst gesehen, wie viel Platz da war."
Der Ortsbürgermeister ist mehr als zufrieden mit dem Ergebnis und dem zügigen Baufortschritt. Zwar halfen immer wieder Bürger oder auch Ratsmitglieder mit. So etwa, als innen verputzt und angestrichen wurde. Gleiches gilt für den Schuppen für den Gemeindetraktor, wo noch eine Zwischendecke eingezogen werden muss. Alles in allem wäre es laut Ludwig aber zu aufwendig gewesen, möglichst viel in Eigenleistung machen zu wollen. Deshalb hat die Gemeinde die meisten Arbeiten an Firmen vergeben. Dass in diesem Jahr Arbeiten vorgezogen wurden, die erst 2015 geplant waren, hat haushaltstechnische Folgen. Weil die beauftragten Firmen natürlich auch bezahlt werden müssen, verabschiedete der Rascheider Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig und ohne Diskussion einen Nachtragsetat.
Zu den ursprünglich in diesem Jahr vorgesehenen Ausgaben von 450 000 Euro kommen - in erster Linie für den Schuppen und die Außenanlagen - 140 000 Euro hinzu. Diese Kosten wären normalerweise erst 2015 angefallen. Dass alle Gemeindepolitiker voll hinter dem Projekt stehen, wundert Ludwig nicht. Zum einen werde die Gemeinde mit diesem Vorhaben selbst beim wichtigen Thema Dorfinnenentwicklung aktiv. Denn sie hat durch den Abriss des alten Hauses einen Schandfleck im Ortskern beseitigt und an dessen Stelle ein neues Gebäude mit vielen Funktionen hingestellt. "Zum anderen schaffen wir ja einen Treffpunkt für alle Rascheider Bürger", betont Ludwig.Extra

Die Rascheider Dorf- und Kulturscheune erfüllt mehrere Funktionen. Im Hauptgebäude finden Ortsbürgermeisterbüro, Gemeindearchiv, Vereinslager, Gemeindearbeiter-Werkstatt und ein Bürger-Werkraum für alle Generationen ihren Platz. Außerdem gibt es einen Anbau in Holzbauweise an das Gebäude. Dort kann der Gemeindetraktor abgestellt werden, und es befinden sich dort die von außen zugänglichen Toiletten. Sie sind barrierefrei und auch für Wanderer gedacht. Denn durch Rascheid verläuft die Königsfeld-Traumschleife. Größere Feiern werden in Rascheid - wie im TV bereits berichtet - auch künftig in der Gaststätte Leyendecker stattfinden. Die Gemeinde hat erst 2010 den Nutzungsvertrag für den Saal verlängert und will mit der Dorfscheune keine Konkurrenz zum privaten Gastronomiebetrieb aufbauen. Lediglich Freiluft-Veranstaltungen wie Hexennacht oder Silvesterlauf, die witterungsbedingt schon mal ausfielen, werden an die Scheune verlegt. Für das größte Bauprojekt der Gemeinde in den vergangenen 30 Jahren fließen etwa 150 000 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union. urs